Ab dem Jahr 2011 sollen alle gesetzlich Krankenversicherten einen Pauschalbetrag zahlen, der unabhängig vom Einkommen ist – so steht es im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP. Der Arbeitgeber zahlt einen Festbetrag, den großen Rest der Arbeitnehmer.
Von Hermann Striedl, stellvertretender Bundesvorsitzender der ödp
Diese „Kopfpauschale“ ist nicht nur sozial ungerecht, sie ist ein totaler Bruch des seit Bismarck geltenden Solidaritätsprinzips. Die „Kopfpauschale“ besagt, dass jeder Mensch denselben Beitrag erbringt. Sollte der Einzelne nicht dazu in der Lage sein, weil er ansonsten nicht einmal das Lebensnotwendige behalten würde, soll die Sozialhilfe eingreifen. Nach dem Solidaritätsprinzip war die Gesundheitsfürsorge Aufgabe der solidarischen Gesellschaft. Die Versicherungsleistung richtete sich nach dem individuellen Bedürfnis des Einzelnen und war unabhängig von seinem eingezahlten Beitrag. Der Beitrag seinerseits war abhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen, der aus der Höhe seiner Beiträge keine Leistungen ableiten konnte.
Durch das Solidaritätsprinzip erfolgte bezüglich der Belastung ein Transfer:
Gesunde- Kranke
Reiche- Arme
Jung- Alt
Kinderlose- Kinder
Dass die Reform des Weiteren nur Arbeitnehmer belastet, ist ein Eingriff in das Sozialstaatsprinzip zugunsten des Gewinnstrebens der Wirtschaft.
Ich möchte in einer solchen Gesellschaft nicht leben und hoffe, dass die Menschen auf die Straße gehen und sich für eine solidarische Gemeinschaft einsetzen. Ich werde auf jeden Fall protestieren.


Kommentar zur "Kopfpauschale" - Maßnahmen gegen Pharmalobby
Kopfpauschale
Gesundheitspauschale und was sonst noch kommt...
Liebe Mitglieder und Gäste,
auch ich kann bald nichts mehr hören und lesen von diesen Plänen, die sich die Politiker da ausdenken. Betrifft sie ja eh nicht.Mir reicht es gewaltig und ich denke, wenn das wirklich kommt, dann ist es endlich Zeit, auf die Straße zu gehen.
Immer auf die gesetzlich Versicherten. Wenn ich sehe, wie in unserem Land mit Beihilfe umgegangen wird. 70 Prozent Beihlfe für Beamtenfamilien mit Kindern, statt 50 Prozent wie bei uns Normalos (gesetzlich Versicherte)ja auch.Und 18000 Euro zu versteuerndes Einkommen für den selbständigen Partner und er bleibt noch beihilfeberechtigt. Während in der normalen Familienversicherung der Partner nicht mehr als 360 Euro im Monat dazu verdienen darf als Selbständiger oder als Selbständige, sonst muss er raus aus dem System. Viele wissen das gar nicht. Das kann doch nicht wirklich gerecht sein im Sinne des Grundgesetzes. Doch da geht keiner vor Gericht (angebliche Ungerechtigkeit bei der Besteuerung der Pensionen). Nichts gegen die Beihilfe, aber es muss sich dringend etwas ändern.Bin ja sehr gespannt, wie damit die Regierung umgeht. Und sind wir nicht für alle Familien da? Dann lasst uns hier einmal wirklich Tacheles reden und dafür kämpfen.Es gibt sehr viele Familien, die wirklich viel in die gesetzliche Krankenkasse zahlen und beim Arzt abgewiesen werden, weil sie eben nicht privat versichert sind. Ich rede da von Ingenieuren und Fachkräften, die ja angeblich unser Land so dringend braucht. Die es sich aber wegen Frau und Kindern nicht leisten können, in die Private zu gehen. Von wegen mehr Netto vom Brutto. Wer das wohl geglaubt hat? Es ist ja bekanntlich viel Spielraum bei den Abgaben.Lassen wir das nicht mehr zu.
Mehr Gerechtigkeit für alle. Ich gehe auf die Straße.
Ulrike Wittmann(Mitglied)
Sozialkosten
Der Behauptung, dass der Arbeitgeber jetzt entlastet würde,wird entgegengehalten, dass jeder, der Bilanzen lesen kann,sich leicht vergewissern kann, dass alle Kosten , die vom Arbeitnehmer verursacht werden seit eh und je unter einem und demselben Posten erscheinen. Ein Eingriff liegt demzufolge dann vor, wenn der Arbeitgeberdiesen Posten, woraus immer er sich auch zusammensetzt, drückt, was allerdings leider nicht selten vorkommt. Es ist dieser letztgenannte Sachverhalt, der unsere Aufmerksam-keit und unsere Reaktion verdient. Wenn dann der Steuerzahler die soziale Balance wieder herstellen muss, kann es leicht sein,dass dann nach Kassenlage entschieden wird. Das ist vielleicht damit beabsichtigt. Darin liegt die eigentliche Brisanz der Reformvereinbarungen der Regierungsparteien.
Kurt Fischer
Wasserkopf
Die Krankenversicherungsbeiträge steigen deshalb stetig, weil der Wasserkopf bei der Krankenkassen-Verwaltung immer grösser wird. Immer mehr Computer und immer mehr Angestellte in den Büros fressen unsere Beiträge auf. Früher ging es doch auch, ohne Computer!Dazu kommt noch, das die Pharmafirmen neue, und teuere Medikamente auf den Markt bringen, obgleich sie die gleichen Wirkstoffe wie die alten, bereits jahrelang verkauften Medikamente enthalten. Jeder will verdienen, immer mehr und immer mehr. Auf Kosten der Beitragszahler.
Das nenne ich dann Raubtier-Kapitalismus.