05.04.2017

Eine bessere Landwirtschaft ist möglich

Positionspapier von Prof. Dr. Klaus Buchner, ÖDP-Europaabgeordneter

!In der europäischen Landwirtschaft darf es kein „Weiter so“ geben. Massentierhaltung, der Anbau von Monokulturen, der Klimawandel und viele andere Missstände sind schädlich für Menschen, Tiere und Umwelt.

Deshalb fordern wir:

  • Schluss mit Agrarfabriken, stattdessen artgerechte Weidehaltung von Tieren.
  • Verbot von Reserveantibiotika-Gabe und vorbeugender Antibiotika-Gabe an gesunde Tiere, da sich sonst lebensgefährliche Antibiotika-Resistenzen bei Menschen immer weiter ausbreiten.
  • Fleisch, das in den Handel kommt, muss auf Antibiotika-Rückstände geprüft werden.
  • Tierärzte, die Medikamente verschreiben und dann gleich verkaufen, dürfen aus dem Verkauf keinen finanziellen Gewinn erwirtschaften.
  • Schnellerer Umbau von konventioneller hin zu biologischer bäuerlicher Landwirtschaft.
  • Einberechnung der wahren Preise bei der konventionellen Landwirtschaft (z. B. Nitrat im Wasser, Pestizide, Klimawandel, etc.).
  • Negative Umweltwirkungen bepreisen durch z. B. Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, etc.
  • Positive Umweltleistungen belohnen.
  • Verbot von genmanipulierten Lebensmitteln. Denn: Gentechnik schadet der Biodiversität und schafft Monopole bei Saatgutherstellern (Bsp. Monsanto).
  • Lebensmittel- und Ernährungskunde schon in Kindergarten und Grundschule, damit ein Bewusstsein für gesundes und saisonales Kochen entwickelt wird.
  • Weg von der Konzentration auf eine exportorientierte Landwirtschaft, da sonst Preise weiter gedrückt werden und nicht nachhaltig produziert werden kann.
  • Verbot von Lebensmittelverschwendung, z. B. durch Spenden an Bedürftige (siehe Bsp. Frankreich)

Damit fordern wir im Jahr der Bundestagswahl die Parteien auf, eine europaweite Agrarwende einzuleiten und das Wohl von Menschen, Tieren und Umwelt im Blick zu haben. Wir appellieren an die Wählerinnen und Wähler, Parteien zu wählen, die die Gesamtzusammenhänge zwischen einer nachhaltigen Landwirtschaft, einem guten Klima und gesunden Bürgern verstanden haben und sich auch entschieden dafür einsetzen.

Berlin, März 2017 

Kategorie: Landwirtschaft / Gentechnik