ÖDP gegen die Einführung einer Impfpflicht

Ein Kommentar von Günther Brendle-Behnisch

Mit wahren Schreckensmeldungen wurde das Problem seit Frühjahr 2019 nahezu dämonisiert: Die Masern sind auf dem Vormarsch – weltweit! Und der amtierende Bundesgesundheitsminister hat sofort gehandelt und die Rettung angekündigt: Eine Impfpflicht für Deutschland! – Wahre Schreckensmeldungen!? Was daran ist wirklich wahr? Die Weltgesundheitsorganisation zählte bereits 90.000 Fälle in diesem Jahr in Europa! Dazu werden 53 Staaten gezählt. Fast 80 % dieser Fälle von Masernerkrankungen sind in der Ukraine, Kasachstan, Georgien und Russland aufgetreten. Zum Vergleich waren es 2018 insgesamt 82.000 Fälle, davon alleine in der Ukraine 53.000. Das Verrückte daran: Niemals zuvor waren in der Ukraine – und auch anderswo in Europa – die Impfraten so hoch, wie 2018 (95% für die erste und 91% für die Zweitimpfung) – Ein Rekord an Impfungen und an Maserninfektionen! Die WHO spricht von einer Verdreifachung der Fälle seit 2009 – einem Jahr mit besonders wenigen Infektionen, der Schnitt lag und liegt höher. Aber auch die Impfrate war 2009 noch deutlich niedriger: Für die Zweitimpfung lag sie lediglich bei 73%. – So gesehen ist ein Anstieg der Masernfälle bei gleichzeitigem Ansteigen der Impfraten wohl kein gutes Argument für die Einführung einer Impfpflicht. Darüber hinaus wird suggeriert, dass auch in Deutschland die Anzahl der Masernfälle angestiegen sei: Auch das ist falsch! Zwar haben wir für dieses Jahr gegenüber 2018 (543 Fälle) einen Anstieg zu verzeichnen, trotzdem liegen wir gegenüber 2017 mit 929 immer noch deutlich darunter (bis Ende Juli ca. 450) und es ist bekannt, dass die Masernrate seit Jahren um diese Werte herum schwankt. Von einem Anstieg kann also keine Rede sein!

Das nächste Argument: Die Impfrate ginge zurück und eine Impfmüdigkeit mache sich breit! Tatsache ist, dass wir in Deutschland mit einer Durchimpfungsrate von 97% für die Erst- und 93% für die Zweitimpfung über die Gesamtzeit gesehen derzeit die höchste Impfrate bisher haben und bei einer Zustimmung zu Impfungen allgemein von um die 98% nicht im Entferntesten von einer allgemeinen Impfmüdigkeit sprechen können. Wenn man eine Durchimpfungsrate von 2x 95% (Erst- und Zweitimpfung) fordert und diese faktisch nahezu erreicht ist, was will man da mit einer allgemeinen Impfpflicht eigentlich noch erreichen? Und: Schreckensmeldungen? – Heutzutage nennt man so etwas wohl eher Fake News. Seltsamerweise wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn genau das seinen Gegnern vor. Und er wirft ihnen vor, nicht informiert zu sein und Ammenmärchen und Schreckensmeldungen über Impfschäden zu verbreiten. Dabei kommen die allermeisten Informationen, die von den Kritikern einer Impfpflicht ins Feld geführt werden, aus seinem eigenen Haus: Dem Robert-Koch-Institut (RKI), dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und der Ständigen Impfkommissione (StIKo) – allesamt dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zugeordnete Institutionen! Und was sagen diese? – Sie raten von einer Impfpflicht ab! – Jens Spahn stellt sich also mit seinem Gesetzentwurf frontal gegen die Empfehlungen seines eigenen Hauses! – So viel zu Fake News!

Dagegen wurden und werden in den Medien impfkritische Eltern als verantwortungslos hingestellt, die sich weder um das Gemeinwohl noch um das Wohl ihrer eigenen Kinder kümmern würden. Tatsache ist aber, dass genau diese Eltern sich wegen des Wohls ihrer Kinder eingehend mit der Materie befasst haben – sich also weitaus mehr als der bundesdeutsche Elterndurchschnitt um das Wohl ihrer Kinder gekümmert und gesorgt haben und dafür nun öffentlich diskriminiert werden dürfen.

Die ÖDP hat auf ihrem letzten Bundesparteitag dazu klar Stellung bezogen: „Wir fordern eine flächendeckende und unvoreingenommene Aufklärung und Information über Chancen und Risiken und Nebenwirkungen nicht nur dieser, aber insbesondere der Masernimpfung vor der vorzunehmenden Impfung mit offenem Ausgang, d.h. mit der freien Entscheidung insbesondere der Eltern für ihre Kinder, diese impfen zu lassen – oder eben auch nicht. Denn die wissenschaftlichen Daten geben derzeit kein einheitliches Bild für oder gegen eine Impfung. Dagegen gibt es aus den vorliegenden Fakten der obengenannten Institute für die Situation in Deutschland keinerlei Anlass für eine allgemeine Impfpflicht. Wir von der ÖDP lehnen aus diesen Gründen eine Impfpflicht als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte – insbesondere von Eltern ihren Kindern gegenüber – ab!“

ÖDP-Bundesschatzmeister Günther Brendle-Behnisch


Die ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen