Verteilung von Jodtabletten gegen den Atomunfall – Beruhigungspillen für’s Volk

Protest gegen die Uranfabriken in Deutschland am 9. September 2017


(Aachen/Düsseldorf) – Am 1. September 2017 beginnt in Aachen die Verteilung von Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls in Tihange. Die Behörden bereiten sich intensiv auf einen „Großen Knall“ vor. Für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen sind dies aber untaugliche Mittel.

In den 60er Jahren gaben die Behörden für den Fall eines atomaren Angriffs die Empfehlung, unter einen Tisch zu sitzen oder eine Aktentasche über den Kopf zu ziehen. Die jetzige Jodtablettenverteilungsaktion erinnert fatal an diese hilflosen Empfehlungen von damals.

Sicherlich schützen Jodtabletten im ersten Moment vor dem Fallout einer Atomkatastrophe. Aber diese schützen nicht vor längerfristigen Folgen, und verhindern den „Großen Knall“ erst gar nicht.

Statt mit letztlich untauglichen Mitteln die Bevölkerung zu beruhigen, gibt es nach Meinung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen nur eine Lösung: Die maroden und beschädigten belgischen Reaktoren sofort abschalten!
Die Bundesregierung fällt in dieser Frage nur durch verbale Proteste auf. Wirksames unternommen hat sie nicht. Im Gegenteil: Sie hat die Belieferung dieser Reaktoren mit Atombrennstäben erlaubt, obwohl das Atomgesetz eine Versagung der Genehmigung zwingend vorgeschrieben hätte.

 „Es ist skandalös, dass den Bürgern in Deutschland durch die Bundesregierung ein Atomausstieg vorgegaukelt wird, gleichzeitig aber die deutsche Atomindustrie durch Exportgenehmigungen für die maroden Kernkraftwerke in Belgien aus Deutschland weiter durch CDU und SPD unterstützt wird.“ so der Spitzenkandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) NRW zum Deutschen Bundestag, Kurt Rieder (Aachen). Wenn die Bundesregierung argumentiert, eine Gefahr für die Bundesregierung nach Atomgesetz läge nur vor, wenn der Bestand der Bundesrepublik gefährdet sei, so sei dies zynisch. Die Gefahr für die Gesundheit, das Leben und das Eigentum der Bürger aus dem Gefahrenbegriff des Atomgesetztes heraus-zunehmen, sei menschenverachten. Die Bundesregierung will offenbar nur den Bestand der staatlichen Organisation schützen, nicht aber die in Deutschland wohnenden Menschen.

Der Profit der Atomindustrie geht der Bundesregierung und der sie tragenden Parteien CDU und SPD eindeutig vor dem Wohl der Menschen. Die ÖDP fordert hier ein Umsteuern. Mensch vor Profit muss die Leitlinie für die Politik nach der Bundestagswahl lauten.

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen unterstützt daher auch die Demonstration für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit am 9. September 2017 in Lingen.

Diese Demonstration fordert:

* Exportgenehmigungen von Kernbrennstoffen an die gefährlichen Pannen-Reaktoren in Bel-gien und Frankreich mit sofortiger Wirkung zurücknehmen!

* Brennelemente-Herstellung in Lingen und Urananreicherung in Gronau sofort beenden!

* Die AKW Lingen, Grohnde, Fessenheim, Tihange, Doel und alle anderen AKW abschalten! Für einen weltweiten Atomausstieg!

*Sonne & Wind, statt Fracking, Kohle & Atom! Energiewende jetzt!

Die ÖDP wird sich mit einer starken Delegation an dieser Demonstration beteiligen.


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