Widerspruchslösung bei Organspenden

Jährlich sterben viele Menschen, die auf eine Organspende warten. Für viele Patienten, die auf Dialyse angewiesen sind, würde eine Nierenspende die Lebensqualität entscheidend verbessern.

Deshalb ist es geboten, nach Lösungen suchen.

Aus christlich - ethischer Sicht sind dabei folgende Aspekte zu bedenken: Als Christ, „der den Nächsten liebt, wie sich selbst“ muss ich mich mit der Frage Organspende auseinander setzen.

Das Schicksal der Menschen, denen ein Organ von mir vielleicht helfen könnte, kann mir nicht gleichgültig sein.

Der Leib ist Gottes Geschenk, er gehört weder mir selbst noch meinen Angehörigen.

Mit einer Organspende könnte ich vielleicht einen Mitmenschen retten.

Doch Gott ist Herr über Leben und Tod.

Es stellt sich auch die Frage: Wie geht es den Angehörigen, wenn sie den Tod nicht wahrnehmen können, weil der Körper dank der Apparate noch lebendig erscheint?

Wie gestaltet sich eine Sterbebegleitung ohne das Erleben eines "natürlichen" Todes? ....

Diese Fragen bleiben unbeantwortet.

Zu unterscheiden ist auch eine Organspende vor dem Tod, z.B einer Niere.

Bei der Lebendspende sollten wir die Freiwilligkeit ohne Bezahlung fordern, um das "Ausschlachten" der Ärmsten zu verhindern und die mögliche Kriminalität zu unterbinden.

Deshalb kann die Organspende nur eine freiwillige Entscheidung sein.

Es darf kein moralischer Druck aufgebaut werden, wie auch immer der Einzelne sich entscheidet.

Mit einer Widerspruchslösung wie sie der Entwurf des Transplantationsgesetz vorsieht, ist diese Freiwilligkeit eingeschränkt und deshalb abzulehnen.

 

Dieter Nießner, Sprecher Bundesarbeitskreis Christen und Ökologie

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