„Auf uns kommt es nicht an...“

Ich habe einen langen Straßen-Wahlkampf hinter mir: Seit Mai habe ich an vielen Informationsständen für das bayerische Volksbegehren „Rettet die Bienen - stoppt das Artensterben!“ Unterschriften gesammelt. Anschließend wurde über die Landtagswahl mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Es war ein sehr intensives Halbjahr. Fazit: Auch sehr interessierte und gutwillige Menschen haben immer noch in Sachen „ökologische Weltlage“ ein großes Wissensdefizit. Nur die wenigsten wissen, dass der deutsche Pro-Kopf-Durchschnitt beim Ausstoß schädlicher Klimagase an die 10 Tonnen beträgt und dass 2,5 Tonnen das verträgliche Maß wären. Man fühlt sich bereits als Klimaheld, weil man eine PV-Anlage auf dem Dach hat und schließlich „nur“ einmal pro Jahr in Urlaub fliegt. Immer noch glauben die Leute, dass Energie schrecklich teuer ist und dringend billiger werden müsste. Und das schlimmste aller Fehlurteile: „Wir Deutsche können am Weltklima gar nichts retten, weil wir ja nur 85 Millionen Köpfe sind“. Logische Folge: Wir können getrost so weitermachen wie gewohnt – auf uns kommt es nicht an.

Wütend machte mich das intensive Beschweigen dieser Probleme bei Veranstaltungen der meisten anderen Parteien: Man will offensichtlich den Ernst der Lage niemandem zumuten. Dieses Schweigen ist kaum besser als die aggressive Anti-Öko-Verdummungskampagne der AfD.

Es gibt also weiterhin viel zu tun, im Aufklärungskampf. 


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