Bolsonaro?

Dass Amazonien brennt, ist nichts Neues. Dass dort Lebensräume von Menschen, Tieren und Pflanzen zerstört werden, wissen wir alle seit Langem. Neu ist, dass die Sache vom brasilianischen Präsidenten offensiv befürwortet wird. Bislang herrschte eher Schönrednerei.

Das Problem heißt nicht Bolsonaro. Das Problem heißt „globale Extraktions- und Expansionswirtschaft“. Die internationale Arbeitsteilung weist den noch waldreichen Ländern in Lateinamerika, Asien und Afrika die Aufgabe zu, die Ressource Boden verfügbar zu machen: Für die Erzeugung von Futter-Soja, Palmöl und anderen Rohstoffen. Diese Aufgabe wird zeitweise von freundlich-liberalen Regierungen, zeitweise aber auch von diktatorisch-menschenverachtenden Personen erfüllt.

Wer das alles für furchtbar hält, muss sich klar machen, dass nicht nur die Bolsonaros unserer Zeit als verbrecherisch entlarvt werden müssen. Es muss  die globale, extraktionistisch-expansive Wirtschaftsweise als Ursache des Desasters erkannt und bekämpft werden. Leider sind wir Bewohner der Industrieländer die Hauptnutznießer dieser Wirtschafts-Unordnung. Die Feuer in Amazonien, in Indonesien und im Kongo brennen auch in unserem Auftrag.


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