29.05.2017

Die Hendricks-Formel

Bernhard G. Suttner

Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendriks hat mit ihrer bewährten Standard-Formulierung auch das G7-Treffen von Taormina bewertet: 6 Nationen hätten sich auf das Konzept „Wohlstand und Klimaschutz“ geeinigt; es sei schade dass die USA noch nicht mitziehen.

Hendricks verwendet – gut sozialdemokratisch - den Begriff „Klimaschutz“ immer im Doppelpack mit „Wohlstand“. Unklar bleibt, was Frau Hendricks unter „Wohlstand“ versteht. Hoffentlich meint sie nicht das, was landläufig darunter verstanden wird: Ständig mehr Konsum, ständig weitere Reisen, immer größere Wohnflächen – das lässt sich wohl nicht vereinbaren mit Klimaschutz, auch wenn das immer mehr Kretschmann-Anhänger und „green-new-deal“-Fans meinen. Die Hendricks-Formel „Wohlstand und Klimaschutz“ würde nur stimmen, wenn wir unter „Wohlstand“ das „gute Leben“ verstehen – ohne materialistischen Hyper-Konsum, ohne Hamsterrad-Pflicht und ohne ständigen Zwang zu mehr und mehr und nie genug. Dieser Wohlstand bräuchte Konzepte des rechten Maßes, der Zurückhaltung und des Gemeinwohl-Vorrangs. Ob das Frau Hendricks wirklich will? Ob die 6 „Guten“ von Taormina diesen Weg beschreiten wollen? Ob die Trump-USA wirklich als einzige abseits stehen?

 Ich fürchte, dass es mehr Einigkeit unter den G7 gibt, als uns lieb sein kann...