Einfache Sprache

Es ist Wahlkampf in Bayern. Bisheriger Höhepunkt in meinem Stimmkreis war kürzlich eine öffentliche Befragung. Alle Kandidierenden der verschiedenen Parteien mussten Fragen beantworten. Menschen mit verschiedenen Einschränkungen hörten kritisch zu und brachten ihre Fragen vor: Wohnen. Arbeit. Geld. Warum darf nicht jeder wählen? Interessante Themen.

Dann stellt mir jemand die Frage, warum ich Politiker geworden bin.  Ich will von Ökologie, Postwachstums- und Gemeinwohlwirtschaft reden, meinen Einsatz für Klimaschutz, Biodiversität und Artenreichtum darstellen. Alle diese Begriffe sind nicht erlaubt. Ich fange neu an zu denken und zu sprechen: Ich bin politisch aktiv, weil ich mir Sorgen mache um alles was da krabbelt, fliegt, blüht und lebt. Ich mache mir Sorgen um sauberes Wasser, gute Luft und fruchtbaren Boden, auf dem Pflanzen gut wachsen können. Ich mache mir Sorgen, weil zu viel Gift verspritzt wird, weil immer mehr Boden zugebaut wird, weil es immer heißer wird auf unserer schönen Erde.

Es ist nicht einfach, einfach zu sprechen. Aber es ist möglich. Und auf einmal wird die Rede auch emotional – ach was, sie erreicht das Herz. 


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