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Gute-Familienzeit-Gesetz

Das so hübsch betitelte „Gute-Kita-Gesetz“ feiert gerade seinen 1. Geburtstag. Jetzt lernt es laufent: Die Umsetzungsverträge mit den Bundesländern sind unter Dach und Fach und die 5,5 Milliarden Euro vom Bund können ausgegeben werden. Aber kaum jemand ist zufrieden. Die Senkung der Elternbeiträge machen nicht so richtig glücklich, weil sich dadurch der schreiende Personalmangel nicht mildern lässt. Den wissenschaftlich gebotenen Betreuungsstandard (1:3 bei den Krippenkinder und höchsten 1:9 bei den älteren Kindern) wird es bundesweit nicht geben. Deshalb wird auch die Arbeitsplatz-Zufriedenheit der Kita-Fachkräfte nicht höher sein als vorher. Geringe Bezahlung und niedrige Zufriedenheit locken keine neuen Leute an. So bleibt der Fachkräftemangel ein Dauerzustand.

Das strukturelle Hauptproblem wird aber von den Kritikern des Gesetzes kaum benannt: Viele (freilich nicht alle) Familien würden gerne erst später Kitas nutzen. Sie würden ihre Kinder gerne wenigstens die beiden ersten Jahre eigenverantwortlich betreuen, mit dem Leben vertraut machen und miteinander Erfahrungen machen. Das ist aber seitens der ökonomischen Tonangeber unserer Gesellschaft nicht gewollt. Familienzeit soll nach deren Willen kurz sein, damit die am Arbeitsplatz verbrachte Zeit zum Wohle des materiellen „Wachstums“ länger werden kann. Das Ergebnis: Sowohl In den Kitas als auch in den Familien grassiert der Stress. Zeitpolitik sollte 2020 ein großes Thema werden. Wir brauchen ein „Gute-Familienzeit-Gesetz“.

Bernhard Suttner

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