Ketzerei zum Tag der Arbeit

Darf man anlässlich des 1.Mai von Arbeitsplätzen sprechen, die besser verschwinden sollten? Nicht nur die Rüstungsindustrie lässt solche Gedanken aufkommen: Auch der Abbau und die Verbrennung von Kohle lässt an Arbeit denken, die besser nicht getan würde. Weiter lässt der Transport von Allerweltsgütern von A nach B über den Sinn dieses Aufwandes grübeln, wenn es das Gleiche auch in B gibt und dieses Gut von einem anderen LKW gerade auch von B nach A gefahren wird… Massentierhaltung, Aushecken von Steuervermeidungsstrategien („cum-ex“ und Co!), Design und Produktion von menschenverachtenden Spielen und Medienprodukten, Konstruktion von Sollbruchstellen bei technischen Geräten zwecks rechtzeitigem Ruin desselben… man kann gar nicht aufhören mit Nachdenken: Nicht jede legale Arbeit ist auch sinnvoll. Oft genug ist gut bezahlte Arbeit ausgesprochen schädlich.

Umgekehrt steht fest, dass sehr viel sinnvolle Arbeit nicht erledigt wird, weil sie sich nach herrschenden Logik nicht lohnt (Reparatur und Renovierung!), weil aus Tradition nichts dafür bezahlt wird, kein Ansehen zu gewinnen ist und auch kein Rentenanspruch entsteht – wie z.B. bei der familiären Sorgearbeit.

Der „Tag der Arbeit“ sollte Anlass sein, mutig auch einmal die Qualitätsfrage zu stellen: Welche Jobs sind wirklich wichtig? Welche sind kaum noch zu verantworten?  Welche müssen endlich anerkannt werden? Und wie müssen die politischen Rahmen gesetzt werden, damit möglichst alle Menschen sinnvoll zu tun haben?


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