15.08.2011

Offen statt Anonym

Bernhard G. Suttner

Innenminister Friedrich will jetzt die Anonymität im Internet verbieten. Große Empörung bei den Freaks ist selbstverständlich. Die nüchternen Beobachter sagen seufzend, dass der Vorschlag schlicht und ergreifend nicht durchführbar ist. Dabei gibt es eigentlich eine einfache Lösung: Was im Internet anonym daherkommt, wird von nachdenklichen und demokratisch gesinnten Nutzern einfach nicht mehr beachtet und schon gar nicht für wichtig erachtet. Ausnahme: Beiträge von Autoren aus Unrechtsstaaten, in denen man für oppositionelle Meinungsäußerung Freiheit und Leben riskiert. Anonyme Briefe und anonyme Flugblätter hat man früher unbeachtet weggeworfen. Eine demokratische Grundhaltung lebt vom offenen Wort und von persönlicher Klarheit. Warum sollte das im digitalen Leben anders sein als im analogen?