Reden wir wieder über Müll

Ich breche jetzt ein mir selbst gemachtes Versprechen: Irgendwann spät in den 90er Jahren habe ich mir vorgenommen, nicht mehr über Müll zu reden. Nach all den Kämpfen und Debatten um Deponien, Verbrennungsanlagen und Recyclingkonzepte hatte sich das Missverständnis eingeschlichen, dass Ökologie vor allem Beschäftigung mit Müll bedeutet. Folglich fühlten sich Bürger, die ihren Müll trennten, als vorbildliche “Ökos“: „Ich bin für die Umwelt, ich trenne meinen Müll!“ Endlich kam die Dauerdebatte um das Dosenpfand… da beschloss ich, nicht mehr über Müll zu reden.

Jetzt breche ich dieses Versprechen. Nicht nur weil die Meere voller Müll sind, nein weil mich Zahlen erschrecken: Die Müllmenge pro Einwohner in Deutschland beträgt heute 631 Kilogramm. Sie ist nach Angaben des Umweltbundesamtes in den letzten 10 Jahren stetig wieder gewachsen. Die Recyclingquote von 71% ist umstritten… angeblich fließt aller Müll, der eine Recyclinganlage erreicht, in diese Quote ein. Aber vieles verlässt die Anlage dann in Richtung Verbrennungsofen.

Wir müssen wieder über Müll reden. Aber anders als 1990: Müll ist ein deutlicher Hinweis auf falsche Produktion und falschen, überzogenen Konsum. Müll ist das stärkste Symbol für eine falsche Wirtschaftsweise: Für eine Wirtschaftsweise, die das Gemeinwohl dem Profit opfert.


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