Sympathie für´s Autoritäre?

Eine Nachricht aus Argentinien ist es wert, genauer betrachtet zu werden: Mehr als drei Jahrzehnte nach den Taten wurden jetzt einige ehemals hohe Militärpersonen und Mitglieder der diktatorischen Regierung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten sich damals mit anderen lateinamerikanischen Diktatoren zu einer internationalen Aktion zur Verfolgung von Oppositionellen verabredet und abscheuliche Verbrechen organisiert: Mord, Folter, Kindesraub, Verschwindenlassen.

Warum interessiert mich diese Nachricht von der Verurteilung einiger alter Männer im fernen Argentinien?

Die lateinamerikanischen Diktaturen der 70er und 80erJahre des vergangenen Jahrhunderts waren auch die Folge schwerer Fehler der demokratischen Parteien. Angesichts von Korruption und Misswirtschaft verbreitete sich im Volk die gefährliche Sehnsucht nach autoritären Regierungsformen, nach einem „Systemwechsel“. Aus zunächst autoritären Regierungen wurden aber sehr rasch menschenverachtende Diktaturen.

Mich macht die heute auch bei uns in Europa allenthalben spürbare Toleranz (auch Sympathie?) gegenüber autoritären Systemen – von Putin bis Orban, von AFD bis FN, PIS und FPÖ – Sorge: Wenn demokratisch-offene Systeme Fehler machen, rechtfertigt das nicht den  Systemwechsel!  Fehlentwicklungen müssen vielmehr verstärktes Engagement herausfordern: Für die aktive Verteidigung der Verfassung - gegen deren Verächter.


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