Unsinnige Hitparade

Dass der Verlust so vieler Arten in so kurzer Zeit eine ebenso traurige wie bedrohliche Erscheinung ist, dürfe bekannt sein. Über die Ursachen der Entwicklung findet aber derzeit in Wissenschaftskreisen eine reichlich absurde Debatte statt: Australische Wissenschaftler haben im angesehenen Fachblatt „Nature“ eine Art Hitliste der Ursachen vorgestellt: Der Klimawandel rangiert hier lediglich auf Platz 7; wichtigste Vernichter der Artenvielfalt seien weltweit Brandrodungen und andere Übernutzungen der Ressourcen. Auf Platz zwei und drei der Artenkiller-Liste rangieren Landwirtschaft und Urbanisierung.

Ich halte das Thema für extrem wichtig, die Art der Debatte aber für schädlich und dem Gedanken der Ökologie fremd: Ökologie als Wissenschaft von den Zusammenhängen bemüht sich doch gerade darum, die Gesamtheit der Wirkungen systemisch zu sehen. Ein „wichtig“ und „weniger wichtig“ gibt es in der Natur eigentlich nicht. Die Thesen der australischen Wissenschaftler könnten den Leugnern der menschengemachten Klimaprobleme nützen: „Haben wir doch immer schon gesagt: Die Klimaforscher bauschen ein nebensächliches Problem auf…“ 


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