31.10.2016

Verzicht oder Genuss?

Bernhard G. Suttner

Unter Öko-Politikern hat sich die Meinung durchgesetzt, dass man mit Verzichtsforderungen nur scheitern kann. Der grüne Ministerpräsident Kretschmann tritt z.B. immer mit dieser Botschaft auf: Keine Verbote, keine Verzichte, keine Angriffe auf den gewohnten Lebensstil. Gibt ihm der Erfolg Recht?

Es wird verschleiert, dass dieser „gewohnte Lebensstil“ der Industriegesellschaften uns alle beraubt und zu umfassenden Verzichten zwingt: Vor wenigen Tagen wurde eine Studie veröffentlicht, die nachweist, dass wir alleine in der letzten Menschheitsgeneration für den Verlust von 60% aller wildlebenden Wirbeltiere gesorgt haben. 60% weniger! Man stelle sich vor, irgendjemand hätte für den Verlust von 60% der weltweiten Kulturschätze oder der Geldvermögen gesorgt…

Unser industrieller Lebens- und Produktionsstil sorgt dafür, dass sich Armut ausbreitet. Alleine der Verlust an Vögeln in Deutschland ist erschreckend: Mittlerweile stehen ehemalige „Allerweltsarten“ auf der Roten Liste. 50% der Feldvögel sind weg. Schluss mit Naturgenuss. Welch ein aufgezwungener Verzicht!

Ich bin für Genuss. Deshalb bin ich für massive Kritik an unser aller Lebensstil und für eine Politik, die den erzwungenen Verzicht auf die Schönheit und Vielfalt beendet.

Übrigens: Die erwähnte Studie sagt auch, dass der flächendeckende Öko-Landbau helfen könnte, den Reichtum wiederherzustellen und den aufgezwungenen Verzicht zu beenden…