Zum Jahresende

Wer in diesen harten letzten Tagen des Jahres 2016 mit frommen Sprüchen kommt, hat schon verloren. Weihnachten muss ja auch kein Fest solcher Sprüche sein: Es wird an die Geburt einer Person erinnert, die später grausam hingerichtet wurde. Es wird von dieser Person gesagt, dass sie für Gewaltfreiheit eintrat, aber hin und wieder doch zornig werden konnte. Viele seiner Anhänger in späteren Jahrhunderten haben ihn entsetzlich missverstanden, in seinem Namen Kriege geführt, gemordet und versklavt. Einige haben seine Lehre ernst genommen und sind ihr in der Alltagspraxis gerecht geworden: Böses nicht mit Bösem vergelten, sich nicht an das Materielle ketten, helfen wo jemand Hilfe benötigt. Ich finde, dass diese Lehre als Wegweiser hilfreich ist, auch wenn man das Ziel in dieser gebrochenen Welt niemals ganz erreichen kann.

Eine gute Freundin hat mir dieses Gedicht von Bertolt Brecht als Weihnachtsgruß geschenkt:

Das Große bleibt groß nicht
und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat 12 Stunden
dann kommt schon der Tag.

Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern in den letzten Tagen dieses Jahres ein paar nachdenkliche Stunden und gute Gespräche mit lieben Menschen über Gott und die Welt, über den Tag und die Nacht. 


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