Gesundheitspolitik fängt auf dem Acker an!

Binder (ÖDP): „Auf Profitmaximierung ausgerichtete Landwirtschaft verfehlt ihre Aufgabe!“

„Wer gelingende Gesundheitspolitik machen will, muss langfristig und umfassend denken“, so Angela Binder, 2. Stellvertretende Bundesvorsitzende und hessische Landesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).
„Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das vielfältig schädlich und krebserregend in Umwelt und Organismen wirkt, ist täglich im Brot oder im Bier. Hier liegt eindeutig ein schwerwiegender Systemfehler vor“, so Binder.

Die Logik der Politik an sich sei falsch, weil zu oft Konzerninteressen Vorrang vor anderen Tatbeständen eingeräumt werde. Der Planet und die natürlichen Kreisläufe lassen aber im Gegensatz zu Politikern nicht mit sich verhandeln.
„Wer es ernst meint mit Gesundheitspolitik, der bedenkt den ganzen Kreislauf und nimmt Einfluss auf andere Politikbereiche, am Beispiel der Agrarpolitik bedeutet dies: Als erstes gehören unsere Böden und die Art der Bewirtschaftung angepasst, damit Nahrung wieder vitaler und schadstoffärmer wird. Eine industrielle und allein an unternehmerischer Profitmaximierung ausgerichtete Landwirtschaft verfehlt ihre Aufgabe!“, bilanziert Binder und kritisiert zugleich auch die EU-Kommission und die unentschlossene Haltung Deutschlands bezüglich der aktuell anstehenden Neuzulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat, die Ende November erneut debattiert werden wird. „Wir fordern die verantwortlichen Bundespolitiker unmissverständlich dazu auf, die Mitglieder der EU-Kommission zu einer Ablehnung zu drängen!“, so Binder.

Trotzdem räumt Binder ein, dass wirtschaftlicher Profit seine Berechtigung habe und die dadurch erwirkten technischen Erleichterungen für die hart arbeitenden Bauern historisch gesehen ein Segen waren. Aber ein sinnvolles und langfristig für alle tragbares Maß an Profit muss durch politische Rahmensetzungen hergestellt werden. Dieses Gleichgewicht gerät in Europa immer mehr aus den Fugen. Damit steht Binder ganz hinter dem ÖDP-Motto „Mensch vor Profit“.

Dies fordert die ÖDP nicht nur für die Landwirtschaft: der Verbraucher verdient eine echte Kennzeichnung aller Inhaltsstoffe und nicht den Freibrief, unterhalb bestimmter Grenzwerte von „enthält kein…“ sprechen zu dürfen. „Das ist gesetzlich erlaubter Betrug am Bürger“ so Binder. Eine an Ehrlichkeit und Langfristigkeit ausgerichtete, sprich staatlich eingerahmte, Marktwirtschaft ist daher eine der Hauptforderungen der ÖDP.

Wenn der Landwirt zwar weniger Mühe oder Mittelaufwand habe, dafür aber unsere Lebensmittelqualität langfristig gemindert werde, so erzeuge das gesamtgesellschaftlich ungeheure Probleme und enorme langfristige Kosten. Deswegen sei der Landwirtschaftsminister zugleich auch ein Gesundheitspolitiker. „Und der Gesundheitsminister ist verantwortlich, dem Landwirtschaftspolitiker einen Forderungskatalog zukommen zu lassen“, betont Binder. Erst wenn wieder in dieser Art ganzheitlicher Verantwortung und Politik übernommen werde, könne auch das Vertrauen der Bürger in die etablierte Politik wieder wachsen.

Angela Binder, 2. Stellv. Bundesvorsitzende der ÖDP. Foto: ÖDP Bundespressestelle.

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