28.11.2014

MdEP Buchner (ÖDP): Ausbaupläne für tschechische AKW sind ein Skandal

Buchner: "Riskien werden beiseite gewischt"

MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner

(Brüssel 28.11.2014) Die tschechische Regierung setzt weiter auf Atomkraft. Der aktuelle Entwurf der neuen Energiestrategie der Regierung in Prag, die Anfang 2015 beschlossen werden soll, sieht den Bau je eines zusätzlichen Reaktorblocks in den grenznahen Atomkraftwerken Temelin und Dukovany vor. MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), kritisiert diesen Pro-Atom-Kurs scharf. „Bei der Entscheidung zum Ausbau des AKW Temelin wurden die möglichen Risiken einfach beiseite gewischt“, erklärt Prof. Buchner, der ausgebildeter Kernphysiker ist. So wurden beim Stresstest 2012 nicht alle realistischen Unfallszenarien ausreichend geprüft. Außerdem wies schon 2001 eine Studie nach, dass das AKW nicht Erdbebensicher ist.


Beim AKW Dukovany handelt es sich um einen Schrottmeiler sowjetischer Bauart, der ebenfalls eklatante Sicherheitsmängel aufweist. „Sowohl Temelin als auch Dukovany gehören schnellstmöglich stillgelegt und nicht auch noch ausgebaut“, so der ÖDP-Abgeordnete. Prof. Buchner erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Unwirtschaftlichkeit der Atomkraft. Selbst wenn die sehr hohen Kosten für die atomare Endlagerung nicht auf den Strompreis umgelegt werden, rechnet sich Atomstrom nur dank üppiger staatlicher Beihilfen. Prof. Buchner unterstützt deswegen die Klage Österreichs gegen die von der EU genehmigten Subventionen für das britische AKW „Hinkley Point“. Sollte diese Klage Erfolg haben, sei wohl auch der Ausbau von Temelin und Dukovany vom Tisch.