ÖDP bemängelt lasche Kriterien der AKW-Stresstests

Buchner: „An Risiken orientieren”

(Berlin) „AKW-Stresstests prüfen die schlimmsten Gefahren nicht.” Das sagt Prof. Dr. Klaus Buchner, Atomphysiker und Sprecher der Programmkommission in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).

Die Europäische Kommission will am kommenden Donnerstag die Prüfkriterien, nach denen die deutschen Atomkraftwerke getestet werden, veröffentlichen. Bislang ist durchgesickert, dass die Kommission weit weniger strenge Maßnahmen anlegen will, als bisher angedacht. „Es wird wohl nicht die Standfestigkeit der Reaktordruckgefäße untersucht. Bei einigen deutschen und französischen AKW gibt es hier ernste Schwierigkeiten,” so Buchner. Damit sei der ganze Stresstest Makulatur. „Diese Sicherheitsprüfung zeigt einmal mehr, wie sich die EU-Kommission nach den Bedürfnissen der AKW-Betreiber richtet. Die Konsequenzen für die Bürger werden ausgeblendet.” Buchner bemängelt außerdem, dass die Gefahr von Wasserstoffexplosionen nicht ausreichend geprüft werde. „In Fukushima gab es Wasserstoffexplosionen und auch in deutschen Atomkraftwerken kam es z. B. in Brunsbüttel im Jahr 2001 zu einer gefährlichen Explosion. Das ist ein klarer Konstruktionsfehler der deutschen Siedewasserreaktoren,” so Buchner.

Der ÖDP-Politiker fordert einen umfassenden Test, bei dem alle Gefahren geprüft werden, so z. B. das Absinken des Bodens beim AKW Neckarwestheim, wo tiefe Löcher im Boden aufgetreten sind. „Der Stresstest muss sich an den Risiken für die Bevölkerung orientieren und nicht an den Bedürfnissen der AKW-Betreiber.”

ÖDP-Bundespressestelle: Florence von Bodisco
presse@oedp.de


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