ÖDP: Bertelsmann-Stiftung diffamiert Elternschaft

Resch: „Unverschämt und sachlich falsch“

„Die Bertelsmann-Stiftung versucht seit Jahren die elterliche Erziehung von Kindern verächtlich zu machen und die Krippenbetreuung zu propagieren, um das Arbeitskräftepotential für die Wirtschaft zu vergrößern.“ Das sagt Dr. Johannes Resch, Arzt und Sprecher des Arbeitskreises Sozialpolitik in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). 

Die Bertelsmann-Stiftung, als Teil des Bertelsmann-Medienkonzerns, sei seit Jahren als starke Lobby von Wirtschaftsinteressen bekannt. Resch kritisiert, dass sich vor Kurzem Jörg Dräger als Vertreter der Stiftung öffentlich über das Betreuungsgeld als „Verdummungsprämie“ geäußert habe, da es „bildungsferne Eltern“ davon abhalte, ihre Kinder in eine Krippe zu geben. Dazu ÖDP-Politiker Resch: „Es ist nicht nur unverschämt, wenn „bildungsferne Eltern“ zum Maßstab für alle Eltern gemacht werden. Es ist auch sachlich falsch, wenn unterstellt wird, dass familiäre Defizite durch eine Betreuung in der Krippe zu kompensieren seien.“ Dazu wäre nämlich ein Personalschlüssel erforderlich, den es in Deutschland kaum in einer Krippe gebe. Tatsächlich zeigten seriöse Untersuchungen auch überzeugend, dass familiäre Defizite nur durch Besserung der familiären Situation und nicht etwa durch Krippenbetreuung zu mindern seien, führt Resch aus.


Ein schlechtes Zeugnis stellte sich die Bertelsmann-Stiftung schon vor Jahren durch eine „Studie“ aus, in der allen Ernstes behauptet wurde, Krippenbesuch fördere die Intelligenz so weit, dass die Wahrscheinlichkeit des Besuchs von Gymnasien „um 40 %“ steige. Resch dazu: „Tatsächlich ist diese Häufung eine Folge simpler Tatsachen. So ist etwa in den neuen Bundesländern nicht nur der Besuch von Krippen häufiger, sondern auch der von Gymnasien, z. B. weil es in manchen Ländern keine Realschulen gibt. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Krippe und Bildung ist das freilich nicht.“


Würde der Besuch einer Kinderkrippe die Intelligenz so fördern wie in der „Bertelsmann-Studie“ behauptet, müssten die Pisa-Ergebnisse in den neuen Bundesländern viel besser sein als in den alten. Das sei aber nicht der Fall. Im Gegenteil: Die soziale Kompetenz der 15-Jährigen war bei Pisa 2000 in den neuen Bundesländern durchweg wesentlich schlechter als in den alten (Link siehe unten, S. 29-35, Abb. 1). „Das steht in Übereinstimmung mit den Ergebnissen umfangreicher Studien (z. B. der NICHD-Studie in den USA), wonach der Umfang sozialer Auffälligkeiten mit dem Ausmaß früheren Krippenbesuchs zunimmt,“ so Resch abschließend. 


www.mpib-berlin.mpg.de/Pisa/PISA-E_Vertief_Zusammenfassung.pdf 


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