05.09.2013

ÖDP fordert mehr Orientierung am Gemeinwohl

Bendl: „Starker Einfluss der Wirtschaft führt zur Abwertung der Familienarbeit“

„Wir benötigen dringend ein Ende des Wachstumswahns und eine Orientierung der Wirtschaft am Gemeinwohl.“ Diese Aussage trifft Roswitha Bendl, stellvertretende Sprecherin des Bundesarbeitskreises Sozialpolitik in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).

Denn nicht nur Eltern würde es gut tun, mehr Zeit und Ruhe zu haben und ohne Dauerstress leben und arbeiten zu können. Mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen und des Gemeinwohls werde es auch wieder leichter vermittelbar, dass Kinder trotz aller Einschränkungen große Freude und Vitalität ins Leben bringen.

Scharf rechnete Bendl mit der Familienpolitik der letzten Jahrzehnte ab. Angefangen habe alles mit der Rentenreform Adenauers und der darauf folgenden Aushöhlung des Generationenvertrages. Seit dieser Zeit ist Kindererziehung hauptsächlich ein Beitrag zur Alterssicherung anderer und nicht der eigenen. Zudem lag Adenauer mit seinem Ausspruch „Kinder kriegen die Leute immer“ leider daneben. Dazu kam in der Folge bis heute eine jahrzehntelange strukturelle Rücksichtslosigkeit gegenüber Familien.

„Der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Lebensweise der Menschen führt zur Abwertung der Familienarbeit und Vergötterung der Erwerbsarbeit“, meint Bendl. So werde viel zu stark versucht Familien „wirtschaftsgerecht“ statt Arbeitsplätze familiengerecht zu formen. Aussagen wichtiger Wirtschaftsfunktionäre, die eine Verkürzung der Elternzeit einfordern oder behaupten, dass es schädlich ist, wenn Eltern zuviel Zeit mit Kindern verbrächten,  bestätigten dies. 

Die ÖDP-Politikerin ist sich sicher, dass nur mit einem Erziehungsgehalt, das allen Eltern zugute kommt, die Wahlfreiheit gesichert ist. „Jedes Kind ist anders, jede Familienstruktur ist anders. Nur mit einem Erziehungsgehalt können Eltern frei entscheiden, ob sie ihr Kind selbst betreuen oder es in die Obhut von anderen geben.“

 

Foto: IStock 

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