ÖDP-Sozialpolitiker Resch kritisiert BDA:

Arbeitgeberverband setzt falsche Schwerpunkte bei frühkindlicher Entwicklung

Bei einem Interview im Deutschlandfunk am 19.7.2011 stellte Peter Clever von der Hauptgeschäftsführung des Arbeitgeberverbandes (BDA) einen „8-Punkte-Plan“ gegen den Fachkräftemangel vor. Ein Schwerpunkt sei die „frühkindliche Bildung“. Dabei legte er nahe, den Eltern weniger Kindergeld zu geben, sondern es in Kindertageseinrichtungen zu stecken.

Dazu Dr. Johannes Resch, Sozialpolitiker der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP): „Clever verkennt, dass jede Minderung des ohnehin viel zu geringen Kindergelds die Kinderarmut weiter verstärken und die familiären Erziehungsbedingungen weiter verschlechtern muss. Der angerichtete Schaden kann auch durch die besten Betreuungseinrichtungen nicht wieder gut gemacht werden.“

Clever übersieht, dass das Kindergeld heute eine viel zu geringe Gegenleistung des Staates für die Erziehungsleistung der Eltern ist.

Dazu schrieb schon Eva Maria von Münch im Handbuch des Verfassungsrechts 1994, S. 321:

„Die Alterslast wurde kollektiviert, die Kinderlast blieb Privatsache. Mit dieser Konstruktion bestraft das geltende Rentenrecht die Familie und innerhalb der Familie ganz besonders die nicht oder nicht voll berufstätige Mutter.“

Hier liegt nach Meinung der ÖDP die Hauptursache für die zunehmende Verarmung der Familien in Deutschland und die Aushöhlung ihrer Erziehungsfähigkeit. Jede weitere Verschlechterung der Situation für Familien geht zu Lasten der Kinder.

Dazu der Arzt Resch abschließend: „Sicher ist das Kleinkindalter für die Entwicklung besonders wichtig, aber weniger im Sinne von Schulbildung. Entscheidender ist zunächst, dass das Kind Vertrauen zu engen Bezugspersonen gewinnt, was in der Familie am leichtesten möglich ist. Erst dadurch entsteht die persönliche Sicherheit als Voraussetzung eines gesunden Neugierverhaltens, das Grundlage für späteren Bildungswillen ist. Nicht persönlich verunsicherte, aber Fremdsprachen lernende Kleinkinder sind unsere Zukunft, sondern stabile Kinder-Persönlichkeiten, die später den schulischen und sonstigen Anforderungen des Lebens gewachsen sind.“

Als Hintergrundinformation das ganze Interview des BDA:

www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1508005/


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