06.06.2016

ÖDP unterstützt Tribunal zur Aufdeckung der Geschäftspraktiken von Monsanto

Schimmer-Göresz (ÖDP): „Bayer könnte sich den Ökozid einkaufen“

Foto: Mojpe/pixabay.com

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) setzt ein deutliches Zeichen. Sie hat sich dem internationalen Bündnis zur Abhaltung eines Tribunals gegen Monsanto angeschlossen, um mit Gleichgesinnten gegen die Geschäftspraktiken des amerikanischen Saatgutriesens Monsanto vorzugehen und für die Bewahrung der Vielfalt auf unserer Erde einzutreten. Die ÖDP-Bundesvorsitzende nennt das Unternehmen „eine der zentralen Schaltstellen zur Verminderung unserer Artenvielfalt und der Zerstörung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft“, daher habe das Bündnis ihre volle Unterstützung.

Einen weiteren „Aufhänger“ für Kritik liefere dieser Tage die Meldung über die geplante Übernahme von Monsanto durch den deutschen Pharmariesen Bayer, die vorerst an einem zu geringen Übernahmegebot scheiterte. Die ÖDP-Vorsitzende findet es widerlich, wie in der Berichterstattung die Verbrechen an Mensch, Tier und Umwelt lediglich in Nebensätzen erwähnt werden. Der Unternehmensführung von Bayer sei scheinbar völlig egal, welchen Klotz sie sich hier ans Bein binde. „Wir werden den Deal genau beobachten. Sollte Bayer Monsanto wirklich übernehmen, wird es massiven Protest hageln! Wenn Profit-Gier Unternehmensinteressen leiten, kommen Mensch, Tier und Umwelt unter die Räder. Dies zu verhindern sei Aufgabe einer Politik, die das Wort „Verantwortung“ noch kenne und ernst nehme“, so Schimmer-Göresz.

Monsanto ist auch der ÖDP schon seit langem ein Dorn im Auge, denn das Unternehmen ist weltweit mit diversen chemisch hoch-aggressiven Substanzen mit Namen wie RoundUP, Glyphosat oder PCB in Verbindung zu bringen, welche alles Leben auf und um Äcker töten und zudem als möglicherweise krebserregend gelten. Zudem ist Monsanto ein verlässlicher Partner der industriellen Landwirtschaft, die gemeinsam mit genmanipulierten Pflanzen die Artenvielfalt zerstört mit unvorhersehbaren Folgen für unsere Zukunft. Kritiker werfen Monsanto vor, verursachte Schäden an Mensch und Umwelt zu leugnen und ihre verheerenden Aktivitäten weiterhin aufrecht zu erhalten. Dazu gehört Lobbying bei Regierungen, Lügen und Korruption, Finanzierung zweifelhafter wissenschaftlicher Studien, unter Druck setzen unabhängiger Wissenschaftler, Manipulation von Presseorganen, etc.

Vom 14. bis zum 16. Oktober 2016 wird in Den Haag das Monsanto Tribunal stattfinden, in dessen Verlauf die gegen Monsanto erhobenen Vorwürfe zusammengetragen und die verursachten Schäden evaluiert werden sollen. Die ÖDP unterstützt die Abhaltung des Tribunals und fordert alle Ihre Mitglieder und die kritische Öffentlichkeit dazu auf, die Initiative ebenfalls mit ihrer Unterschrift oder einer kleinen Spende zu unterstützen. Das Tribunal befasst sich mit Monsantos Verbrechen gegen die Umwelt in Form des Ökozids, dessen Aufnahme ins internationale Strafrecht bereits vorgeschlagen wurde. Das Tribunal wird untersuchen, ob sich das Römer Statut auf dem der Internationale Strafgerichtshof seit 2002 beruht, reformieren lässt und Ökozid als Verbrechen darin aufgenommen werden kann. Dies würde ermöglichen, natürliche und juristische Personen, welche unter Verdacht stehen ein solchen Verbrechen begangen zu haben, zur Verantwortung zu ziehen. „Hätte Monsanto nachweislich einen „Ökozid“ begangen, würde sich Bayer womöglich hüten ein solches Unternehmen aufzukaufen. Für die ÖDP haben Mensch, Tier und Umwelt absoluten Vorrang vor Profit. Daher unterstützen wir das Tribunal“, so die ÖDP-Vorsitzende.

Alle Infos zum Tribunal: www.monsanto-tribunald.org

Kategorie: Landwirtschaft / Gentechnik