ÖDP: Weltklimakonferenz ohne greifbare Ergebnisse

Buchner: „Deutschland hat keinen Grund, sich als großer Klimaschützer feiern zu lassen“

„Deutschland hat wahrlich keinen Grund, sich als großer Klimaschützer feiern zu lassen.“ Das sagt Prof. Dr. Klaus Buchner, Klimaexperte der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), anlässlich der Weltklimakonferenz in Doha. „Die Weltklimakonferenz geht wieder einmal ohne greifbare Ergebnisse zu Ende,“ resümiert Buchner.  Bundesumweltminister Altmaier forderte die anderen Ländern zum Handeln auf, denn ein „Weiter so“ würde zu einer Klimaerwärmung von 5 °C führen – statt der gerade noch tragbaren 2 °C. Auch wegen seiner Zusage, in den kommenden beiden Jahren je 1,8 Milliarden Euro an die Entwicklungsländer für deren Energiewende zu zahlen, habe er viel Lob geerntet. 

„Aber wie sieht es zuhause in Deutschland aus?“ fragt Buchner.  „Wir ersetzen Atomkraft durch Kohle, vor allem durch die besonders umweltschädlichen Braunkohle, und durch Off-Shore Windkraft, die viele schützenswerte Gebiete an der Nord- und Ostseeküste zerstört,“ erläutert der ÖDP-Politiker.  Dafür würden der Ausbau der Solaranlagen und der Windkraft im Inland eingeschränkt. Ein Skandal sei es für Buchner, dass die deutsche Bundesregierung  Großbetriebe von den Kosten für die Stromnetze und von der Abgabe für den Ausbau der erneuerbaren Energien befreie. „Das muss alles von den Privatkunden bezahlt werden – einschließlich der Haftung für Schlampereien beim Stromanschluss für die Off-Shore Windanlagen. Aus meiner Sicht ein ganz klares Klientel-Geschenk der Regierung,“ moniert Buchner.

Um auch hierzulande den Klimawandel aufzuhalten, müsse noch viel getan werden, meint Buchner: „Wir müssen die dezentrale Energieversorgung vorantreiben und vor allem endlich den Bau von Stromspeichern finanziell fördern, die nach der jetzigen Strompreis-Staffelung noch unrentabel sind.“ Die Techniken dafür gebe es seit Jahrzehnten. Sie müssen schnellstmöglich eingesetzt werden, nicht nur wegen des Klimawandels, sonder auch, um in Zukunft noch bezahlbaren Strom zu haben. Buchner ist sich sicher: „Die Preise für Erdöl, Gas und Kohle werden weiterhin stark ansteigen.“


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