Resch: „Grobe Fehler“

„Bei der Krippenstudie wurden grobe Fehler gemacht.“ Diese Aussage trifft Dr. Johannes Resch, Sozialexperte der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp).

In der Studie der Bertelsmann-Stiftung werde behauptet, die Betreuung in Kinderkrippen in den ersten drei Lebensjahren erhöhe die Wahrscheinlichkeit, später aufs Gymnasium zu kommen um ca. 40 Prozent. Das führe für die Betroffenen zu höheren Einkommen und zu Milliardengewinnen für die ganze Volkswirtschaft.

Resch stützt sich in seiner Kritik auf Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes, die die Häufigkeit der Krippenbetreuung und des Besuchs von Gymnasien in den einzelnen Bundesländern wiedergeben. Daraus lässt sich errechnen, dass die Häufung des Gymnasialbesuchs nach früherer Krippenbetreuung allein schon durch diese Unterschiede erklärbar ist. Z.B. gibt es in den neuen Bundesländern und in den Stadtstaaten mehr Krippen und auch mehr Gymnasien.

Resch gibt zu bedenken: „Ostdeutsche sind also häufiger in Krippen betreut worden und gehen auch häufiger aufs Gymnasium. Sind sie deshalb schlauer? Die Pisa-Studien zeigen, dass das nicht so ist. Die Pisa-Ergebnisse waren in den neuen Ländern im Schnitt sogar schlechter. Auch Bremen hatte trotz der vielen Gymnasiasten die schlechtesten Pisa-Ergebnisse aller Bundesländer.“

Der ödp-Politiker ist der Ansicht, dass die in der Bertelsmann-Studie beschriebene Beziehung vergleichbar sei mit der Aussage: Wer in Hochhäusern wohnt, fährt häufiger Straßenbahn. Das sei zwar nie untersucht worden, sei aber sehr wahrscheinlich. weil Hochhäuser und Straßenbahnen typische Merkmale großer Städte sind, mit denen die Bewohner damit auch häufiger zu tun hätten. Aber sie führen nicht häufiger Straßenbahn, weil sie in Hochhäusern wohnten. Vielmehr sei beides Folge einer gemeinsamen Ursache.“

Der ödp-Politiker weiter: „Die Bertelsmänner haben hier schlicht einen sehr groben Fehler gemacht, der bei solchen Untersuchungen immer wieder vorkommt. Sie haben aus einer zahlenmäßigen Beziehung (einer Korrelation) einfach auf einen ursächlichen Zusammenhang geschlossen, ohne nahe liegende triviale Zusammenhänge zu prüfen.“

Die weitergehenden Berechnungen zu angeblichen Milliardengewinnen für die Volkswirtschaft bei Ausbau der Kinderkrippen seien, so Resch, deshalb reine Makulatur.

 

 

Siehe auch Kommentar auf den Internetseiten der ödp: oedp.de/werden-krippenkinder-schlauer

 

 

Ökologisch-Demokratische Partei (ödp)

Bundespressestelle

Sartoriusstr. 14

97072 Würzburg

Tel. 0931/40486-11

Fax 0931/40486-29

florence.bodisco@oedp.de

www.oedp.de

 

 


Die ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen