ÖDP begrüßt Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Genscheren-Technologie

Verena Föttinger: „Gentechnik bleibt Gentechnik mit all ihren Risiken!“

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) begrüßt das heute gesprochene Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), welches einen umfangreich angelegten Einsatz von Gentechnik-Verfahren in Europa auch weiterhin unter strenge Auflagen stellt. „Eine andere Entscheidung des EuGH wäre eine Katastrophe für den Verbraucherschutz, den Schutz unserer Lebensgrundlagen und die biologische Vielfalt gewesen“, sagt Verena Föttinger, 2. stellv. Bundesvorsitzende der ÖDP. Konkret bezieht sich das Urteil auf die sogenannte Genscheren- oder Mutagenese-Technologie, mit der das Erbgut von Pflanzen schneller und gezielter verändert werden kann als bisher. Mit Mutagenese werden Verfahren bezeichnet, die es ermöglichen, das Erbgut lebender Arten ohne Einführung fremder Gene zu verändern. Zu den neuen Verfahren zählen beispielsweise Crispr, Talens oder ODM. Ein anderslautendes Urteil hätte vor allem die strenge Europäische Kennzeichnungspflicht ausgehebelt.

Im Ausland nutzen bereits heute Wissenschaftler diese Technologien und schaffen Fakten, die gravierend sind. Chinesische Forscher erproben sie an menschlichen Embryonen und rücken damit die Schaffung von Designer-Babys in greifbare Nähe. Auch in der Landwirtschaft werden große Potentiale gesehen, beispielsweise ließen sich angeblich gesündere Produkte herstellen, indem man Pflanzen mit Vitaminen anreichert. In den USA sind bereits Crispr-Lebensmittel zugelassen. Auch Tiere sollen genetisch verändert werden und so der Medizin als bloße Organlieferanten dienen. „Moralisch sind das alles äußerst heikle Unterfangen, weil ich nicht erkennen kann, dass irgendein Mensch die langfristige Wirkung solch gravierender Eingriffe ins Erbgut überblicken kann“, unterstreicht Föttinger. „Ich warne auch vor dem Trugschluss, Gentechnik könnte unsere globalen Ernährungsprobleme lösen, wie das gegenwärtig bei den Grünen diskutiert wird“,  so Föttinger.

Die ÖDP steht dafür, die natürliche Artenvielfalt zu erhalten. Dazu gehört auch die unabdingbare Reinheit des Saatgutes. Den Einsatz gentechnischer Verfahren in der Nahrungsmittelproduktion lehnt sie ab. Die vollständige, für den Verbraucher verständliche, konsequente Auflistung aller Inhaltsstoffe und des Einsatzes von Gentechnik muss gesetzlich garantiert bleiben. Ein anders lautendes Urteil des EuGH hätte diesen Grundsatz beim Thema Gentechnik stark verwässert.

Foto: Dan Race - fotolia.de

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