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Kein Aufwand zu hoch, um 5G-Mobilfunk als harmlos zu verkaufen

Desinformations-Offensive bei Quarks-TV im WDR

Das Wissenschaftsmagazin „Quarks“ hat sich am 24.04.2021 höchst unwissenschaftlich mit einem brisanten Thema befasst: 5G-Mobilfunk, in der ARD-Mediathek unter dem Titel „5G – Revolution oder Gefahr?“ Diese Sendung verhöhnt auf fragwürdige Weise sowohl besorgte Bürger:innen als auch fachlich versierte Wissenschaftler:innen und vor allem Elektrosensible, die rund 5 % der Bevölkerung stellen. Mit unseriösen Untersuchungs-Methoden und begrifflichen Verdrehungen vertuscht die Sendung die Wirkung der Strahlen auf das Gehirn.

Eine Vielzahl von Leserzuschriften wurden an die Redaktion des WDR und weitere Verantwortliche gesandt, die den wissenschaftlichen Anspruch dieser Sendung zu Recht hinterfragten. Als Beispiel sei der Offene Brief von der Kompetenzinitiative und Diagnose:Funk genannt.

Doch seitens der Verantwortlichen gab es selten eine Reaktion auf die Leserbriefe oder wenn, dann mit nichtssagendem, sehr allgemein gehaltenem Inhalt - von wissenschaftlich nachprüfbaren Bele-gen keine Spur. Auf Fragen zu konkreten Messdaten wurde bisher nicht geantwortet.

Hier muss man sich zu Recht fragen, wo der Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Rundfunk-anstalt geblieben ist - auf der Strecke?

„In der Sendung wird mit sehr hohem Aufwand und mit viel Effekthascherei gezeigt, wie pseudowis-senschaftliche Meinungsmache funktioniert: ein medienpolitisches Framing durch und durch, das Vorteile des Mobilfunks preist, ein irreführendes und ethisch fragwürdiges Experiment durchführt, gesundheitliche Wirkungen unqualifiziert und selektiv darstellt, klare Erkenntnisse relativiert, Falsch-aussagen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen macht, Begriffe aus der Mobilfunktechnik undifferen-ziert vermischt - und alles mit viel Sound, eindringlicher Stimme, viel Action - psychologisch beste Verkäufertaktik“, meint Marion Schmidt, die Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Mobilfunk der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP).

Die Sendung wurde auch am 04.05.2021 unter dem Titel „5G: Schnelles Netz mit Nebenwirkungen?“ ausgestrahlt und konnte parallel in mehreren kleinen Einzelfilmen angesehen bzw. verlinkt werden, wodurch sie - wohl als Social-Media-Strategie - auch möglichst viel verbreitet werden sollte. Hier fragt man sich, wie sehr die Mobilfunkindustrie mit der Redaktion bzw. der Moderation dieser Sendung verbunden ist. Und wieviel Fake-News mit Mobilfunk-Propaganda sich so eine öffentlich-rechtliche Sendung erlauben darf?

Man darf erwarten, dass viele Zuschauer:innen von dieser Sendung manipuliert wurden und nun  leichtgläubig denken, Mobilfunk hätte keine Auswirkungen auf Gesundheit, Natur, Umwelt und Klima und Beschwerden seien reine Einbildung. Dabei gibt es seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO im ICD-Katalog den Code Z58, womit Elektrosensibilität auch kassenärztlich diagnostizierbar ist. Die WHO stuft hochfrequente elektromagnetische Felder für Menschen als „möglicherweise krebserregend“ ein. Und zahlreiche internationale Studien zeigen die Risiken und Schäden auf, u. a. berichtete auch der Europarat, dass die geltenden Grenzwerte zu ändern und das Vorsorgeprinzip zu beachten sind. Auch der Wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments schätzt die Auswirkungen der drahtlosen 5G Kommunikation auf die menschliche Gesundheit und die mit 5G einhergehenden Risiken vorläufig als hoch ein.

Die offensichtlichen Manipulationen und das Framing in der Quarks-Sendung zu 5G sieht der Bun-desarbeitskreis Mobilfunk der ÖDP als einen Fall für den Deutschen Ethikrat und den Rundfunkrat an.

Die ÖDP tritt klar für die überfällige Einführung einer wirksamen Vorsorgepolitik bei Mobilfunk ein, wie es z. B. für Schadstoffe in Luft, Wasser, Erde, bei UV- und Röntgenstrahlung und bei Lärm schon lange üblich ist. Gesundheit, Natur, Umwelt und Klima dürfen nicht den Interessen der Mobilfunkindustrie geopfert werden!