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Der Klimawandel mahnt: Mehr Schutz des Lebenselixiers Wasser!

Ein Jahr nach der dramatischen Ahrtal-Flut von 2021 hat das ZDF (am Sonntag, 17. Juli 2022 um 15:45 Uhr) einen Film ins Programm genommen, der vom krassen Gegenteil erzählt: „Viele deutsche Gemeinden haben zu wenig Trinkwasser", kündigt „planet e." seine Dokumentation über eine zunehmend dramatischere Misere an (zdf.de). Dabei galt Wasser lange Zeit als ausreichend vorhanden in Deutschland. Man muss ja nur den Hahn aufdrehen und erhält jederzeit klares Wasser, so viel man will.

Wasserarmut war ein Phänomen ferner Länder. Die Crux: Seit sich der Klimawandel auch in Deutschland bemerkbar macht, klagen immer häufiger und immer mehr Kommunen – und deren Einwohnerinnen und Einwohner – dass sie auf dem Trockenen sitzen (globalmagazin.com). In den Sommermonaten drehen Wasserwerke den Hahn zu. Gartensprengen oder Autowaschen sind tabu, an Waldseen dümpeln Boote an morastigen Ufern – oft liegen sie nur noch auf Sand. Talsperren, die als Reservoir für Millionen Bürger Wasser speichern und für später bereithalten sollen, verzeichnen sinkende Pegel. In Österreich produzieren Wasserkraftwerke wegen der Trockenheit bereits „um ein Drittel weniger" Ökostrom (wohnblog.at). Und als ich dieser Tage aus dem Zugfenster sah, war ich erschüttert, als ich hier bei uns in Franken den mickrigen Mais und zu kurz geratenen Weizen sah. Befreundete Bauern sagten mir, die Körner erreichen dieses Jahr auch nur die halbe Größe.

Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt: „Der Temperaturanstieg führt zu globalen und regionalen Niederschlagsveränderungen, die sich in veränderten Niederschlagsmustern und landwirtschaftlichen Jahreszeiten niederschlagen, was erhebliche Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit sowie die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen hat." WMO-Generalsekretär Petteri Taalas: „Wir müssen aufwachen und uns dieser drohenden Wasserkrise stellen" (EN: wmo.int).

Die ÖDP mahnt dies schon länger an. Unsere Brandenburger Parteifreunde etwa thematisieren den Wasserschutz schon lange (oedp.de) – nicht nur im Zusammenhang mit ihrer Kritik an der Tesla-Gigafactory. Im Bundesvorstand debattieren wir inzwischen, das Thema ebenfalls zu einem Schwerpunkt in der politischen Arbeit der ÖDP zu machen. Denn Wasser ist die Grundlage unseres Lebens. Und hier wird der Klimawandel für jeden spürbar, geht uns wortwörtlich an die Nieren.

Doch unser Umgang mit der Ressource ist fatal. Zwar ging in den zurückliegenden 30 Jahren der Verbrauch in Deutschland zurück – von 147 Litern pro Kopf und Tag im Jahr 1990 auf heute rund 127 Liter pro Kopf und Tag. Das jedoch ist nur die halbe Wahrheit. Wir verbrauchen nämlich viel mehr und zu viel Wasser. Wir müssen all jene Wassermengen hinzurechnen, die während der Produktion unserer täglich verwendeten Produkte oder der Lebensmittel, die wir essen, zusätzlich anfallen. Dann sprengt die Zahl unsere doch so gut geglaubte Bilanz: Dieses so genannte „virtuelle Wasser" summiert sich auf immense 3.800 Liter pro Tag und Person! Das errechneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (ardalpha.de). Dieser Wasserfußabdruck aller in Deutschland lebenden Menschen ist so groß, dass wir dafür zweieinhalb Mal den Inhalt des Bodensees benötigen – jedes Jahr! Zudem bereitet vor allem fehlendes Grundwasser den Forschern immer mehr Kopfzerbrechen. Am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin spricht Professorin Dörthe Tetzlaff vom Zielkonflikt zwischen blauer und grüner Infrastruktur (globalmagazin.com) – „denn die Gewässer und Grünflächen in der Stadt benötigen Wasser". Und das geht uns aus, berichtet globalmagazin.

>Bei der ARD-Mitmachaktion unter dem Schlagwort #unserWasser können Sie vertrocknete Gewässer aus Ihrer Heimat eintragen, damit das Thema über die öffentlich-rechtlichen Medien stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung kommt (daserste.de).

Wir als ÖDP werden uns in Zukunft noch stärker für eine gerechte und nachhaltige Nutzung des Lebenselixiers Wasser einsetzen. Dabei freuen wir uns über jede Unterstützung – sei es durch eine Spende oder Mitgliedschaft in der ÖDP.

Autor/in:
Christian Rechholz
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