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Nichts wie raus! Kein Sport ist auch keine Lösung...

"Wer rastet, der rostet“ lautet ein Sprichwort. Daher ist es kein Wunder, dass einer der häufigsten guten Vorsätze „mehr Sport“ ist. Allerdings hat gerade die Corona-Pandemie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit mit sich gebracht. Und eine Studie der TU München zeigt, dass sich die Hälfte der Befragten seit der Pandemie weniger bewegt als vorher. Hiervon betroffen sind vor allem die 18 bis 44-Jährigen.*

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) die häufigste Todesursache in Deutschland; etwa 40 Prozent aller Sterbefälle werden darauf zurückgeführt. Neben Rauchen sind die wichtigsten beinflussbaren Risikofaktoren dafür Adipositas und körperliche Inaktivität. Die Zahl der übergewichtigen Deutschen wiederum liegt auf einem erschreckend hohen Niveau: Zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Knapp ein Viertel der Erwachsenen ist stark übergewichtig (adipös).**

Ein positiver Gegentrend zeigt: Während der Pandemie blieb Sportbegeisterten angesichts der Schließung von Fitness-Studios und Sportvereinen häufig nur der Weg in die Natur, um Sport zu treiben. Das Resultat: Beliebte Outdoorsportarten wie Joggen, Walken und vor allem Radfahren und Wandern erhielten weiteren Zulauf.

Sport in der freien Natur bringt, neben den Vorteilen für die körperliche Gesundheit, auch viele positive Aspekte für den psychischen Zustand mit sich. Aktivitäten im Freien helfen, Stress abzubauen, innere Ruhe zu finden und ausgeglichener zu werden. Denn:

  1. Ein Ausflug in den Wald stärkt das Immunsystem. Die Lungenkapazität steigt und der Blutdruck sowie das Risiko der Arterienverkalkung sinken.
  2. Die Natur lässt den Stresslevel sinken und sorgt für Entspannung. Schon fünf Minuten reichen aus, um zu entspannen und den Kopf freizukriegen. Herzfrequenz und Adrenalin-Ausschüttung sinken und angespannte Muskeln lockern sich in der Natur wesentlich schneller als bei einem Ausflug durch die Stadt.
  3. Frische Luft und Tageslicht sorgen für einen guten Schlaf. Das natürliche Tageslicht hilft dabei, die innere Uhr und damit einen gesunden Schlafrhythmus zu wahren.
  4. Zudem haben Studien ergeben, dass ein Spaziergang oder eine Wanderung durch die Natur die Konzentration fördert. Bewegung und frische Luft versorgen das Gehirn mit Sauerstoff, die Durchblutung wird angekurbelt und die Gehirnleistung steigt. Gleichzeitig bietet der Spaziergang eine willkommene Pause von der ständigen Informationsflut.
  5. Spaziergänge beeinflussen das Wohlbefinden positiv und können die Symptome einer Depression lindern.
  6. Wer regelmäßig im flotteren Tempo spazieren geht, stärkt seine Muskulatur und fördert somit das Abnehmen. Durch die Bewegung wird sanft Muskelmasse aufgebaut und Gelenke werden gestärkt.
  7. Wer besonders viel für seine Gesundheit tun möchte, der geht regelmäßig in die Berge. Die Luft in den höheren Lagen und das dort herrschende Reizklima – das heißt dünne, trockene Luft sowie erhöhte Sonneneinstrahlung – aktivieren die körpereigenen Abwehrmechanismen, kurbeln den Kreislauf an und schützen vor Herzinfarkten. Allergiker und Menschen mit Atemwegsbeschwerden können dort besser durchatmen.***

Neben den bereits genannten Outdoor-Sportarten gibt es zahlreiche weitere. Zur Inspiration: z.B. Inliner oder Schlittschuh fahren, Reiten und natürlich Wassersportarten wie Schwimmen, Surfen, Segeln, Rudern oder Paddeln. Wintersportarten wie Ski-, Snowboard- oder Schlittenfahren finden ohnehin draußen statt. Und auch fürs Klettern und Bouldern gibt es abseits der Berge Anlagen im Freien. Ein paar angesagte Trendsportarten sind zudem: Stand-up Paddling (mit Stechpaddel auf einem Board, neuerdings übrigens auch gerne als Yoga auf dem Wasser), Slacklinen (Balance auf einem gespannten Gurtband) oder „Obstacle Course Races“ (OCR), die auf der Laufstrecke alle möglichen Hindernisse beinhalten.  

Unser Tipp: Einfach ausprobieren, was Spaß macht. Denn das führt häufig dazu, dass aus reiner Bewegung von ganz allein Sport im Freien wird.

* https://www.ekfz.tum.de/system-ordner/nachricht-detail/

**https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Chronische_Erkrankungen/

***https://utopia.de/

Autor/in:
Anja Kistler
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