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Pflanzlich essen im Veganuary: Was hat unsere Ernährung mit der Artenvielfalt zu tun?

Vor allem in den sozialen Medien ist der Trend seit Jahren präsent: der "Veganuary", der vegane Januar. Zum Jahresbeginn startet man ja ohnehin mit vielen guten Vorsätzen für die kommenden zwölf Monate - mehr Sport, weniger Fernsehen, weniger Schokolade… Für viele bedeutet das dann: einen Monat lang keine tierischen Produkte essen, kein Fleisch, Fisch, Eier, Honig, Milch oder Milchprodukte. 

Für eine (überwiegend) pflanzliche Ernährungsweise spricht so einiges. Neben Tierwohl, Gesundheit und Tierschutz ist sie auch gut für Umweltschutz und Artenvielfalt.

So gravierend ist das Artensterben 

Weltweit stehen etwa 1 Million Tier- und Pflanzenarten kurz vor dem Aussterben. 25 % aller Arten sind bedroht, der Biodiversitätsverlust geht zurzeit sogar 100 mal schneller voran als in den letzten 10 Millionen Jahren. [1] Schuld ist, da ist man sich soweit einig, direkt sowie indirekt der Mensch. Wir zerstören systematisch Lebensräume für Tiere und Pflanzen, wir vermüllen die Ozeane mit Plastik, vergiften Böden und Gewässer mit Düngemittel und Abfällen, wir beuten die Natur über ihre Regenerationsgrenzen aus und erhitzen das Klima so stark, dass viele Tiere und Pflanzen sich daran nicht schnell genug anpassen können (mehr dazu hier). Doch mit einem Aspekt der menschlichen Zivilisation hat das Artensterben ganz besonders zu tun: mit unserer Ernährung.

Was hat das Artensterben mit unserer Ernährung zu tun?

Laut dem Weltbiodiversitätsrat ist unsere Ernährung der Hauptverursacher für den Biodiversitätsverlust der Welt. 70 % des Artensterbens auf dem Land und 50 % in Flüssen und Seen lassen sich auf unsere Ernährung zurückführen. Eine Studie des WWF hat - analog zum CO2-Fußabdruck - einen Biodiversitätsfußabdruck erarbeitet. Die Studie zeigt, dass Fleisch und tierische Produkte den größten Einfluss auf den Fußabdruck Biodiversität haben: Allein Fleisch- und Wurstwaren sind für über die Hälfte des ernährungsbedingten Biodiversitätsverlusts verantwortlich, tierische Produkte wie Milchprodukte und Eier machen nochmal 19 % aus. Dabei geht es vor allem darum, dass wir zu viel Fläche zu intensiv nutzen und natürliche Ressourcen bei der Lebensmittelproduktion ausbeuten. [2]

Umweltzerstörung und Artensterben durch tierische Lebensmittel

Für die Produktion tierischer Lebensmittel benötigt man besonders viel Fläche. Neben Ställen und Weiden für Rinder, Hühner und Schweine kommt vor allem die Futtermittelproduktion dazu, größtenteils Getreide wie Mais, Weizen oder Soja. So werden 77 % des weltweiten Soja-Anbaus als Futter für Nutztiere verwendet, die später als Steak oder Schnitzel auf unserem Teller landen - dabei ist die Sojabohne selbst ein hervorragender Eiweißlieferant. [3] 

Für den Futtermittelanbau werden häufig Wälder gerodet und so Lebensraum für wilde Tiere und Pflanzen zerstört. Der Anbau findet oft in Monokulturen (teilweise mit genmodifizierten Sorten) und intensiver Düngemittelnutzung statt. Dadurch werden die Böden überdüngt und übersäuert - auch das verringert die Biodiversität auf der Fläche massiv. [4]

Das Artensterben durch unsere Nahrungsmittelproduktion beschränkt sich aber nicht nur auf die Landfläche. Seit den 50er Jahren hat sich die Fangmenge an Fischen und anderen Meerestieren weltweit in etwa verfünffacht. [5] Mehr ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind überfischt. [6] Die Artenvielfalt geht in den Ozeanen jedoch nicht nur deshalb zurück. Durch Überfischung können Ökosysteme im Meer grundsätzlich empfindlich gestört werden. Zum Beispiel können sich Quallen dort ungehindert vermehren, wo ihre Fressfeinde weggefallen sind, und so den Bestand noch weiterer Arten in Mitleidenschaft ziehen. [7] 

Fazit

Mit einer (überwiegend) pflanzlichen Ernährung können wir also dafür sorgen, dass unser persönlicher Biodiversitätsfußabdruck immer kleiner wird. Es geht dabei nicht um Konsequenz: Niemand muss für immer oder absolut ausnahmslos auf Fleisch und tierische Produkte verzichten, um Klima und Artenvielfalt zu retten. Aber wenn wir alle unsere Ernährung ein bisschen umstellen, ist schon viel geschafft. Informiert euch über pflanzliche Proteinalternativen wie etwa Hülsenfrüchte - und dann gilt: Einfach mal anfangen. Einfach mal ein Stück Knollensellerie statt Schweinefleisch zum Schnitzel panieren. Tiere, Klima und Umwelt werden es uns danken.

Quellen:

[1] www.ardalpha.de/wissen/natur/tiere/artenschutz/biodiversitaet-artenschutz-artensterben-klimawandel-tiere-natur-100.html


[2] 

www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Landwirtschaft/WWF-studie-kulinarischer-kompass-biodiversitaet-ernaehrung-zusammenfassung.pdf


[3] albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/warum-sojawurst-nicht-dem-regenwald-schadet


[4] www.tagesspiegel.de/politik/so-konnten-diese-drei-ansatze-das-artensterben-aufhalten-5385337.html


[5] de.statista.com/statistik/daten/studie/1194464/umfrage/weltweite-fangmenge-aller-meereslebewesen/


[6] www.msc.org/de/fisch-nachhaltigkeit/ueberfischung-der-meere


[7] www.swissveg.ch/artenvielfalt


 
Autor/in:
Fenya Kirst
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