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Persönlicher Kommentar

Solidarität = Grundprinzip menschlichen Zusammenlebens

Am 20. Dezember ist der Internationale Tag der Solidarität. Und genau jetzt, in diesen unruhigen, krisenhaften Zeiten, ist sie wichtiger denn je.

Das Wort "Solidarität" kommt aus dem Lateinisch-Französischen und heißt "Zusammengehörigkeit". Politisch hat sie sich vor allem im 19. Jahrhundert mit der Arbeiterbewegung etabliert, in dem sich viele Menschen für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen einsetzten. Sich solidarisch zeigen kann man also auch, wenn man sich gar nicht kennt.

Solidarität gilt als Basis für eine stabile Gesellschaft. So ist sie beispielsweise die Grundlage für unsere gesetzliche Sozialversicherung. Zugleich ist sie großen Schwankungen ausgesetzt: Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt auf, wie groß die Solidarität zwischen den Menschen zu Beginn der Covid-Pandemie war und wie sie nach zwei Jahren an ihre Grenzen gekommen ist. Ähnliches ließ sich 2015 in der Flüchtlingskrise beobachten.*  Gerade in Krisenzeiten kann Solidarität aber entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Bewältigung sein, da sie die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft stärkt.

Wir alle profitieren von Solidarität

Minderheiten und Gruppen, die benachteiligt werden, brauchen Solidarität. Menschen, die hungern, wie in vielen Ländern der Erde, und Menschen, die bereits jetzt von der Klimakrise so stark betroffen sind, dass sie nicht mehr wie gewohnt in ihrer Heimat leben können, wie zum Beispiel in Somalia, wo sich die Ernährungssituation durch extreme Dürren verschlechtert hat oder in Kiribati, dem Inselstaat, der akut vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist.

Und auch Menschen, die auf der Flucht sind, weil sie politisch verfolgt werden, die ihre Kultur, ihre Familien und Freunde verlassen mussten, brauchen unsere Solidarität, nicht unsere Vorurteile.  

Solidarität ist eines der Grundprinzipien der Europäischen Union. Soziologisch betrachtet fördert sie den sozialen Zusammenhalt und stärkt das Gefühl der Gemeinschaft. Psychologisch gesehen führt solidarisches Handeln zu positiven Emotionen und stärkt so auch das individuelle Wohlbefinden.

Und solidarisch sein kann ganz einfach sein: Die Nachbarschaftshilfe beim Einkauf oder Schneeschippen. Die Teilnahme an Demonstrationen, um anderen zu zeigen, dass sie nicht allein kämpfen. Oder die Geldspende, mit der wir Aktionen unterstützen, an die wir glauben.

Lasst uns also weiter solidarisch sein – nicht nur, aber gerade in der Weihnachtszeit!

 

*https://www.liberties.eu/de/stories/solidaritaet/44290

Autor/in:
Anja Kistler
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