Föttinger (ÖDP) kritisiert Vorstoß von Gesundheitsminister Spahn zur Organspende

„Natürliches Sterben durch Neureglung eingeschränkt!“

Verena Föttinger, 2. stellv. Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), wehrt sich gegen die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Organspende. Die geplante Neuregelung sei moralisch höchst fragwürdig und in vielen Fällen eine künstliche Verlängerung des Lebens: „Hier ist die Frage angebracht, welche Menschen und zu welcher Zeit, in welcher Verfassung usf. dazu überhaupt in der Lage sind, eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen. Beinhaltet doch die Bereitschaft zu einer Organspende oft auch, dass das Leben des betroffenen, für ‚hirntot‘ erklärten Menschen künstlich am Leben erhalten und dann auch aktiv von Ärzten beendet werden muss.“ 

Spahn plane einen nicht vertretbaren Paradigmenwechsel, indem die von individuellen Menschen frei verfügte Spende von Organen im Falle eines diagnostizierten Hirntodes nicht mehr gelten soll, sondern jeder Mensch als potentieller Organspender vom Staat vereinnahmt werden soll, es sei denn, er hat aktiv und rechtzeitig widersprochen, beklagt Föttinger. Bislang ist die Organspende nur bei ausdrücklicher Einwilligung möglich.

„Ein ‚natürliches‘ Sterben, das sich viele Menschen wünschen, rückt mit diesem Vorhaben immer weiter in die Ferne. Abgesehen davon ist auch die Hirntod-Debatte keineswegs abgeschlossen und viele körperlich-seelische Zusammenhänge am Ende des Lebens und des Sterbens sind noch unerforscht. Genauso wie es kein Recht auf eine Organspende gibt, hat auch der Staat kein grundsätzliches Recht auf den Körper und keine Verfügungsgewalt über die Organe eines Menschen zur fremden Nutzung“, so Föttinger. Dazu komme die Gefahr des Missbrauchs in einem zunehmend profitorientierten Gesundheitssystem, in dem der Organhandel zum Geschäft wird. Dies widerspricht der Würde des Menschen.

Verena Föttinger, 2. stellv. Bundesvorsitzende der ÖDP. Foto: ÖDP Bundespressestelle.

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