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OLG verurteilt wichtigsten Mobilfunkberater der Bundesregierung -

Professor muss Fälschungsbehauptung zurücknehmen – ÖDP fordert unabhängige Forscher

 

Die ÖDP freut sich über ein wichtiges Urteil gegen den Mobilfunkberater der Regierung, Prof. Dr. Alexander Lerchl. Der Wissenschaftler darf nicht mehr behaupten, die Ergebnisse einer Studie zu gesundheitlichen Gefahren des Mobilfunks seien "fabriziert". „Damit stellte das Gericht fest, dass Deutschlands wichtigster Mobilfunkberater die Unwahrheit behauptete. Nach einer jahrelangen Auseinandersetzung sind nun die Wissenschaftler der REFLEX-Studie rehabilitiert“, erklärt Marion Schmidt, Vorsitzende des ÖDP-Bundesarbeitskreises (BAK) Mobilfunk.

Lerchl gilt als der wichtigste Berater der Bundesregierung in Sachen Mobilfunk. Nachdem 2004 Ergebnisse der EU-finanzierten REFLEX-Studie genverändernde Wirkungen und Zellschädigungen durch GSM-Mobilfunk bei 900 und 1.800 MHz aufzeigten, ließ Lerchl nichts unversucht, die Bedeutung dieser Studie zu entwerten. Das Oberlandesgericht Bremen befand nun, dass der Vorwurf des „Fabrizierens“ von wissenschaftlichen Ergebnissen der REFLEX-Studie haltlos ist.

Auch wenn das Gericht dem Professor nun also diese Vorwürfe verboten hat, erreichte Lerchl mit deren ständiger Wiederholung doch ein Ziel: es wurden seinerzeit keine EU-Gelder für wichtige Anschlussstudien zu REFLEX bewilligt. Lerchl war unter anderem am Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm (DMF) leitend beteiligt, das anteilig von den Mobilfunknetzbetreibern finanziert wurde. Das DMF unterstützte den weiteren Mobilfunkausbau unter den geltenden Grenzwerten für Strahlungsbelastung und Lerchl erwies sich stets als ein wichtiger Wegbereiter des mobilfunkbasierten Wirtschaftswachstums.

Die WHO habe Prof. Lerchl bereits 2010 wegen seiner Nähe zur Mobilfunkindustrie nicht in eine Expertenkommission zur Krebsbekämpfung aufgenommen. Dass er dennoch all die Jahre ein gefragter Mobilfunkexperte blieb, ist für Marion Schmidt ein Unding: „Wie kann die Bundesregierung sich in so wichtigen gesundheitsrelevanten Fragen auf einen Wissenschaftler verlassen, dessen Nähe zur Mobilfunkindustrie kein Geheimnis ist? Etwa weil er rauf und runter betet, dass Mobilfunk unter Einhaltung der geltenden Grenzwerte kein gesundheitliches Problem für Menschen, Tiere und Pflanzen darstellt?“

Vor diesem Hintergrund sei völlig unverständlich, so Thomas Löb, Mitglied im Vorstand des ÖDP-BAK Mobilfunk, dass das Bundesamt für Strahlenschutz 2019 über eine Million Euro einen Auftrag zur Erforschung der Auswirkungen von 5G auf menschliche Zellen ausgerechnet an den Professor für Biologie und Ethik Alexander Lerchl und sein Team vergeben habe. Deshalb fordert ÖDP-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Klaus Buchner: „Das Bundesamt für Strahlenschutz muss nun endlich die Notbremse ziehen und Studien zu 5G an unabhängige Wissenschaftler vergeben.“

Foto: A. Müller (Pixabay)

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