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Biodiversität: Konvention und Konferenzen. Was bringen sie dem Artenschutz?

COP15, COP27, COP CBD – mal ehrlich, wer blickt bitte da noch durch? Wir wollen hier das Thema Arten-, Weltnaturschutz- oder Biodiversitätskonferenzen etwas näher betrachten.

Weltweit verschwinden immer mehr Pflanzen- und Tierarten – rund eine Million sind laut den Vereinten Nationen vom Aussterben bedroht.

Daher ist auch 1993 das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Biodiversitätskonvention oder CBD) in Kraft getreten. Dieses Übereinkommen ist das wichtigste multilaterale Vertragswerk für den Schutz der globalen Biodiversität.

Alle zwei Jahre tritt seither die Vertragsstaatenkonferenz (auf Englisch Conference of the Parties: COP) zusammen. Diese ist das höchste Organ der Konvention. Alle UN-Mitgliedstaaten sind Teil des Abkommens, mit Ausnahme der USA, die den Vertrag zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert haben.

Was diese Konferenzen überhaupt bringen? Abgesehen von den tatsächlichen Ergebnissen (die je nach Konferenz mal kleiner, mal größer ausfallen): Mediale Aufmerksamkeit für ein Thema, das oft vernachlässigt wird, obwohl es alle angeht. Große Teile der Bevölkerung bekommen nämlich den Rückgang der biologischen Vielfalt gar nicht mit.

Nach dem zweijährigen Turnus fand im November 2018 die 14. COP CBD in Ägypten statt; 2020 wurde die in China geplante Konferenz COP15 dann allerdings aufgrund der Covid-Pandemie verschoben und fand in zwei Teilen 2021 (digital) und im Dezember 2022 im kanadischen Montreal unter chinesischem Vorsitz statt. Und zwischendurch gab es zahlreiche Vorbereitungstreffen auf verschiedenen Ebenen und an unterschiedlichen Orten.

! Nicht zu verwechseln: Die COP27 war die Klimaschutzkonferenz im November 2022 in Sharm El-Sheikh.!

Der erste Teil der COP15 endete mit nur sehr vagen und damit enttäuschenden Ergebnissen, ein Scheitern der Konferenz wurde befürchtet.

Doch schließlich hat es beim zweiten Teil in Montreal noch einen Durchbruch gegeben und die Staaten konnten ein ambitioniertes Abschlussdokument verabschieden. Fast ein Drittel der Erde soll besonders geschützt, der Verlust der Biodiversität bis 2030 gestoppt und umgekehrt werden. Dazu haben sich die Staaten auf insgesamt 23 globale Ziele, Vereinbarungen zur Umsetzung und zur Finanzierung geeinigt. 30 Prozent aller Flächen an Land und Meer, inklusive Süßwasser und Küsten, sollen geschützt werden. Hervorgehoben werden Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Artenvielfalt. Die Vertragsstaaten wollen außerdem bis 2025 Anreize und Subventionen mit negativer Auswirkung auf die Biodiversität identifizieren und bis 2030 beenden bzw. umwidmen. Außerdem sollen bis 2025 jährlich 20 Milliarden US Dollar und bis 2030 jährlich 30 Milliarden US Dollar staatliche Gelder aus dem globalen Norden in den globalen Süden fließen. 

Eine ausführliche Darstellung und Bewertung der COP15-Ergebnisse findet ihr hier: https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/cop15-weltnaturabkommen_verabschiedet/

Die Europaabgeordnete der ÖDP, Manuela Ripa, verweist auf die Schwächen der gesetzten Ziele: „In der Abschlusserklärung finden sich einige gute Aspekte, aber das ist bei weitem noch kein Durchbruch beim Kampf gegen den Biodiversitätsverlust. Viele Ziele befinden sich zu weit in der Zukunft, und die Möglichkeiten, die Umsetzung der Ziele zu überprüfen, sind nicht genau genug definiert. Auch sind die finanziellen Hilfen für die Länder des globalen Südens nicht ausreichend, da ambitionierte Schutzziele die Menschen dort stärker einschränken als im reichen Norden. Um unsere Lebensgrundlage zu erhalten, darf jedoch kein Habitat verloren gehen.“ https://www.oedp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/kein-habitat-darf-verloren-gehen

Autor/in:
Anja Kistler
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