Persönlicher Kommentar
Das Mercosur-Abkommen - ein fatales Signal!
Europa ringt – und verliert. Mit der Zustimmung der EU-Regierungen zum Mercosur-Abkommen setzt Brüssel ein fatales Signal: Wirtschaftliche Interessen bleiben König, während Klima-, Umwelt- und Menschenrechte erneut zu Statisten degradiert werden. Wer glaubt, ein paar hastig nachgeschobene Schutzmaßnahmen für europäische Bauern könnten daran etwas ändern, irrt. Kosmetik ersetzt keine Kurskorrektur.
Während sich die EU gern als Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit inszeniert, fördert der Mercosur-Deal ausgerechnet jene zerstörerischen Entwicklungen, die wir eigentlich stoppen müssten: Entwaldung im großen Stil, industrielle Landwirtschaft, exzessiven Pestizideinsatz. Das Abkommen stärkt ein Exportmodell, das auf Kosten von Böden, Wasser, Artenvielfalt – und letztlich der Menschen – funktioniert. Es schadet europäischen Landwirten ebenso wie den Kleinbauern in Lateinamerika.
Statt strategischer Autonomie schafft Europa neue Abhängigkeiten von klimaschädlichen Importen. Und statt strukturelle Probleme zu lösen, versucht man, sie mit Subventionen zuzukleistern. Milliarden, die dringend in den ökologischen Umbau der Landwirtschaft, in regionale Kreisläufe und Klimaanpassung fließen müssten, werden als Beruhigungspillen verteilt.
Das Europäische Parlament hat jetzt die Chance, diesen Irrweg zu stoppen: Es muss den Mut haben, Nein zu sagen. Ich werde auf jeden Fall weiter die schädlichen Auswirkungen des Mercosur-Abkommens verdeutlichen. Handel im 21. Jahrhundert darf nicht nur Profite maximieren – er muss fair, nachhaltig und zukunftsfähig sein. Nur dann kommt er wirklich allen zugute.
Manuela Ripa,
Mitglied des Europäischen Parlaments,
Mitglied des ÖDP-Bundesvorstands

