Persönlicher Kommentar
Müllt die Umwelt zu
Prof. Dr. Claus Jakob
In der deutschen Sprache ist es ja recht einfach: der Bäcker backt Brot, der Maurer mauert Mauern und der Müller, nun ja, der müllt die Umwelt zu. Dass es bei uns gerade diese Tage so viele Müller zu geben scheint, ist dabei kein Zufall. Gerade nach Weihnachten und Silvester hat sich doch wieder gezeigt, dass wir Dinge kaufen, die wir nicht brauchen, mit dem Geld, das wir nicht haben und dadurch Rohstoffe, die ohnehin knapp sind, in Müll verwandeln, den keiner mehr will. Die jüngsten Bilder eines ins Rutschen geratenen Müllbergs auf den Philippinen, der ein halbes Dorf unter sich begraben hat, müsste uns doch zu denken geben, selbst wenn es nicht bei uns passiert ist und vielleicht auch nicht unser Müll war (oft genug ist er es leider doch). Auch sollte es uns ein wenig zu denken geben, dass Einkaufen über die Jahre von einer lästigen Notwendigkeit zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden ist, während andere soziale Aktivitäten verschwunden sind. Dabei ist unser geradezu pathologischer Überkonsum kein Zufall. Ein solches Konsumverhalten ist heutzutage eine, wenn nicht die tragende Säule unserer Wirtschaft und ihres Wachstums. Es sichert unseren Wohlstand - und führt doch zugleich unweigerlich in den Abgrund.
Vielleicht gabt es gerade deshalb jetzt wieder die „No buy January“ Challenge, bei der verantwortungsvoll mit Konsum, und damit auch mit Rohstoffen und Abfall umgegangen werden soll. Ein bewusster Konsum? Warum eigentlich nicht! Eine Gemeinwohlwirtschaft, die das produziert, was wir wirklich zu einem glücklichen Leben brauchen? Eigentlich normal. Und vielleicht beim Spaß haben doch etwas weniger auf Material und mehr auf Sozial setzen? Auch nicht verkehrt.
Prof. Dr. Claus Jacob,
Landesvorsitzender der ÖDP Saar

