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Persönlicher Kommentar

Zu viel Junkfood: Britische Regierung erlässt Werbeverbot

Thomas Löb

Foto: ÖDP

Das britische Werbeverbot für Junkfood ist als überfälligen Schritt zu begrüßen. Denn jahrzehntelang durften Konzerne Kinder mit perfekt zugeschnittenen Botschaften manipulieren – mit Folgen, die sich in jeder Statistik zeigen. Fast jedes dritte Kind in Großbritannien ist übergewichtig. Seit Januar 2026 gilt: Zu stark zucker-, fett- oder salzhaltige Produkte dürfen von 5:30 bis 21.00 nicht mehr im TV beworben werden, online gar nicht mehr, auch nicht durch Influencer. Wer behauptet, Kinder könnten dieser Werbeflut eigenverantwortlich entkommen, ignoriert die Realität. Marketing verkauft Zucker und Fett als Glück und Geborgenheit. Kinder und Heranwachsende, die Ausgrenzung erleben, suchen Trost im Essen – ein Teufelskreis, der früh in die Adipositas führt und später kaum zu durchbrechen ist. Schon ein Rückgang des deutschen Zuckerkonsums um 10-15 % könnte bis zu 300.000 Kariesfälle pro Jahr bei Kindern verhindern. Die Folgekosten von Kinderübergewicht belaufen sich wohl auf rund drei Milliarden Euro jährlich. Betroffene kämpfen jahrelang mit ihrem Gewicht, oft ohne ausreichende Unterstützung. Prävention muss deshalb früher ansetzen: mehr Bewegung, verbindliche Gesundheitsbildung und vor allem ein bezahlbares, ausgewogenes Schulessen. Kinder essen doppelt so viele Süßigkeiten und nur halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen – mit dramatischen Folgen. Ihnen drohen im späteren Leben Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Jeder siebte Todesfall in Deutschland ist übrigens laut der OECD auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. Ein deutsches Werbeverbot wäre deshalb zeitgemäßer Kinderschutz!

Quellen und weitere Infos:

    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/grossbritannien-verbietet-junk-food-werbung-im-fernsehen-vor-21-uhr,V7Q6GBW 
    https://www.zdfheute.de/politik/ausland/grossbritannien-junkfood-werbung-verbot-100.html 
    https://verbraucherschutzforum.berlin/2026-01-05/schluss-mit-werbung-fuer-zuckerbomben-grossbritannien-zieht-die-reissleine-beim-junk-food-402128/ 
    https://www.heise.de/news/Grossbritannien-verbietet-Junk-Food-Werbung-im-Fernsehen-und-online-11129843.html 
    https://www.aok.de/pp/gg/update/werbeverbot-junkfood/ 
    https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/junk-food-ungesund-werbung-verbieten-100.html 
    https://www1.wdr.de/nachrichten/werbeverbot-zuckersteuer-deutschland-100.amp 
    https://www.foodwatch.org/de/junkfood-werbung-foodwatch-statement-zum-offenen-brief-an-bundeskanzler-scholz 
    https://www.foodwatch.org/de/diw-studie-kein-einbruch-der-werbeeinnahmen-durch-geplante-junkfood-werbeschranken 
    https://www.foodwatch.org/fileadmin/-DE/Themen/Kinderernaehrung/Dokumente/DIW_Econ_%C3%96konomische_Einordnung_KLWG_v4.0.pdf 
    https://www.rnd.de/wirtschaft/ungesunde-lebensmittel-suesswarenorganisationen-kritisieren-werbeverbot-heftig-2MX7DXDHRRDW7M2RFKU5HM24KQ.html 


Thomas Löb

Autor/in:
Thomas Löb
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