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MdEP Manuela Ripa (ÖDP) fordert eine kohärente Bodenschutzstrategie

Ripa: „Der Klimawandel setzt unseren Böden zusätzlich zu“

Foto: piyaset

(Brüssel/02.09.2022) Die Meldung des Deutschen Wetterdienstes aus dieser Woche , dass der Sommer 2022 in Deutschland der sechsttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, nimmt die Europaabgeordnete Manuela Ripa von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) zum Anlass, auf den dramatisch schlechten Zustand unserer Böden aufmerksam zu machen. „Die zunehmende Trockenheit bedroht die Gesundheit des Bodens und damit auch die Stabilität des Anbaus von Lebensmitteln. Denn der abnehmende Niederschlag in den Sommermonaten und die zunehmende Hitze verringern die Pflanzenproduktivität. Das ganze Ökosystem gerät so in Stress, was sich auch negativ auf die Mikroorganismen im Boden auswirkt, die wiederum die Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen schützen. So entsteht ein fataler Teufelskreis.“

Doch der Trockenstress, dem die Böden ausgesetzt sind, ist nur eine zusätzliche Herausforderung für die Bodengesundheit. 70 Prozent der Böden in der EU befinden sich in einem schlechten Zustand. Hauptverantwortlich dafür ist die intensive landwirtschaftliche Nutzung unserer Agrarflächen. Die hohen Mengen an synthetischem Dünger und Pestiziden zerstören die unterirdische pflanzliche Biomasse. Wie der „Naturschutzbund Deutschland“ mitteilt, wurden in über 80 Prozent der untersuchten Böden in der EU Pestizidrückstände nachgewiesen, in fast 60 Prozent sogar mehr als eins dieser Gifte. Der Einsatz von schwerem landwirtschaftlichem Gerät presst den Boden zusammen und ist fatal für die Kleinstlebewesen im Boden, die essenziell sind für die Bodengesundheit. Manuela Ripa betont: „Böden sind eine begrenzte und endliche Ressource. Gesunde Böden sind eine Grundvoraussetzung für unsere Lebensmittelversorgung und die Basis unserer Ökosysteme. Dass wir der Bodengesundheit bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, ist auch einer der Hauptgründe für den massiven Rückgang der Biodiversität. Aber wenn wir die vereinbarten Ziele des europäischen Grünen Deals ernst nehmen, müssen wir massiv in die Wiederherstellung gesunder Böden investieren.“

Die Europaabgeordnete freut sich, dass sich die Europäische Kommission vergangenen Herbst dazu verpflichtet hat, bis zum Jahr 2023 einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten, mit dem der Zustand der Böden bis zum 2030 deutlich verbessert werden soll. Böden sollen auf der gleichen rechtlichen Grundlage geschützt werden wie Wasser und Luft. Das Europäische Parlament hatte lange auf solch verbindliche Vorgaben gedrängt.
Ein Ziel ist auch eine nachhaltigere Bodennutzung. Gegen dieses Prinzip wird in Deutschland leider noch allzu oft verstoßen, wie die ÖDP-Politikerin betont: „Beim Bau der Gigafactory von Tesla im brandenburgischen Grünheide wurden 200 Hektar Kiefernwald gerodet. Diese Fläche, die für die Bildung von Grundwasser in der Region eine große Bedeutung hatte, ist nun dauerhaft durch eine Industrieansiedlung versiegelt. Und im saarländischen Überherrn plant der Batteriehersteller SVOLT den Bau einer Fabrik auf dem Linslerfeld, wodurch eine große Ackerfläche – in unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet – zerstört würde. Und das, obwohl im Saarland genügend ehemalige Industriebrachflächen zur Verfügung stehen. Ich fordere die EU-Kommission angesichts dieser Vorgänge auf, in der Ausarbeitung des Bodengesundheitsgesetzes verbindlich festzuschreiben, dass bei Industrieneuansiedlungen zwingend Industriebrachflächen genutzt und Naturräume verschont werden“, so Manuela Ripa abschließend.

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