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MdEP Manuela Ripa zur Verzögerung der SVolt-Pläne auf dem Linslerfeld

Ripa: „Industriebrachflächen sind für Unternehmensansiedlungen attraktiv“

Foto: abadonian

(Saarbücken) Der chinesische Batteriehersteller SVolt hat angekündigt, seine Pläne für den Bau einer Fabrik für E-Auto-Batterien auf dem Linslerfeld im saarländischen Überherrn um mehrere Jahre zu verschieben. Der Beginn der Batterieproduktion ist nun für 2027/2028 anvisiert. Bislang ging SVolt von einem Produktionsbeginn bereits im Jahr 2023 aus. Manuela Ripa, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), die überdies die einzige saarländische Europaabgeordnete ist, bewertet diese Verschiebung positiv. „Das Linslerfeld ist ein Trinkwasserschutzgebiet und grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Warndt. Deshalb war die geplante Ansiedlung auf diesem Areal von Anfang an mehr als fragwürdig. SVolt plant, pro Jahr eine Million Kubikmeter Trinkwasser zu verbrauchen. Dadurch würde sich laut einem Gutachten der Grundwasserspiegel im benachbarten Naturschutzgebiet so weit absenken, dass die Natur massiv Schaden nehmen würde.“

Die Europaabgeordnete betont, dass sie nicht gegen den Bau der Batteriefabrik von SVolt im Saarland ist. Jedoch sei ganz klar allen Umweltbedenken Rechnung zu tragen. Denn die Umweltverträglichkeitsprüfung sei nun mal nicht abgeschlossen und würde noch Zeit brauchen. „Ich bin mir bewusst, dass die versprochenen 2.000 Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region durchaus für das Projekt sprechen, gerade nach dem Aus von Ford in Saarlouis. Aber die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger müssen ernst genommen und von SVolt ausgeräumt werden, bevor der Bau beginnen kann. Davon abgesehen ist das Linslerfeld für eine solche Fabrik ungeeignet. Schon jetzt ist das Saarland eines jener Bundesländer, in denen am meisten Fläche versiegelt wird. Es gibt geeignetere Standorte im Saarland, etwa auf einer der zahlreichen Industriebrachflächen.“

Die ÖDP-Politikerin hatte mehrmals an Kundgebungen der Bürgerinitiative „Freunde des Linslerfelds“ teilgenommen und sich mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Überherrn und Umgebung ausgetauscht.

Dass ehemalige Industrieflächen durchaus für den Bau einer solchen Batteriefabrik in Frage kommen, beweist SVolt mit der Entscheidung, im brandenburgischen Lauchhammer ab 2025 die Serienproduktion für E-Auto-Batterien zu starten. Der dortige Standort befindet sich auf einem bestehenden Industriegelände, nämlich dem ehemaligen Produktionsstandort des Windradherstellers Vestas. An dieser Entscheidung sieht man, dass Industriebrachflächen für Unternehmensansiedlungen sehr attraktiv sind, da die Genehmigungsverfahren dadurch viel kürzer sind, als wenn unversiegeltes Ackerland wie auf dem Linslerfeld bebaut werden soll. Gerade das Saarland, in dem es viele solcher ehemaligen Industrieflächen gibt, könnte so seine Attraktivität für Unternehmensansiedlungen nochmals deutlich steigern. Das Bauen auf versiegelter Fläche schützt vor allem auch das Klima und hat Vorteile für den Artenschutz sowie die Umwelt insgesamt. Dies ist besonders wichtig, um gegen die Klimakrise anzugehen.

Manuela Ripa betont jedoch, dass auch in Brandenburg die Folgekonsequenzen für Umwelt, Verkehrsaufkommen und Lebensqualität genau untersucht werden müssen, bevor SVolt die Produktionsgenehmigung erhält. Zudem handelt es sich um einen der regenärmsten Landstriche Deutschlands. „Nachdem schon beim Bau der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide der Gefahr einer Wasserknappheit von den Behörden kaum Beachtung geschenkt worden ist, hoffe ich, dass man in Lauchhammer klüger in Bezug auf das Wassermanagment einer solchen Fabrik agiert“, so die Europaabgeordnete abschließend.

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