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Pressemitteilung

Wetterextreme – Folgen der Klimaerhitzung

Extreme Wetterlagen wie Starkregen nehmen durch den Klimawandel rapide zu. Die ÖDP fordert den konsequenten schnellen Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und Sofortmaßnahmen wie die Gewässer-Renaturierung und den Umbau der Städte zu Schwammstädten.

Hochwasser

Bild: Hermann, www.pixabay.com

Nicht nur Rekord-Durchnittstemperaturen sind ein Zeichen für den Klimawandel, sondern auch Extremwetterlagen mit den aktuellen starken Niederschlägen in Baden-Württemberg und Bayern, so der Landesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP – Die Naturschutzpartei) von Baden-Württemberg, Guido Klamt, als Reaktion auf das Hochwasser in weiten Teilen Süddeutschlands. Wetterforscher hätten schon seit Jahren vor den Extremwetterereignissen als Folge des Klimawandels gewarnt. Hatten wir in den letzten Jahren mit Dürren zu kämpfen, suchen uns in diesem Jahr bisher Starkniederschläge heim. Betraf dies zum Jahreswechsel vor allem Niedersachsen, vor wenigen Wochen das Saarland und Rheinland-Pfalz sind derzeit Baden-Württemberg und Bayern an der Reihe, bedauerte der ÖDP-Politiker. Verstärkt werde der Niederschlagseffekt zusätzlich durch die zunehmende Versiegelung von Freiflächen, die das Versickern der Niederschläge vor Ort verhinderten und die Kanalisierung der Fließgewässer in den letzten Jahrzehnten. Klamt: „Neben den notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels müssen dringend auch Klimaanpassungsmaßnahmen durchgeführt werden.“ Dazu gehöre der Erhalt von Freiflächen ebenso wie die Renaturierung der Gewässer mit Schaffung von Retentionsflächen und der Umbau der Städte zu Schwammstädten, um Niederschläge im Boden speichern zu können. Diese Maßnahmen könnten auch gleichzeitig durch die Wasserspeicherung im Boden die Auswirkungen von Dürre-Perioden eingrenzen.

„Wir brauchen eine doppelte Strategie im Umgang mit der Klimaerhitzung“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende der ÖDP, Helmut Scheel. „Wir müssen auf der einen Seite so schnell wie möglich aus der Verbrennung fossiler Energieträger aussteigen und auf der anderen Seite konzentriert und rasch unsere Lebensbereiche auf die veränderte und sich weiter verändernden Klimabedingungen anpassen.“

Scheel lobte in diesem Zusammenhang den Landkreis Ostallgäu mit seiner 2019 veröffentlichten Klimaanpassungsstudie. Allerdings fehle es diesbezüglich an der Umsetzung und am Monitoring. „Was nutzen gut gemeinte Studien, wenn daraus keine Handlungen erfolgen?“ fragt der ÖDP-Politiker. „Sicher ist an der einen oder anderen Stelle bereits etwas geschehen, aber das reicht eben nicht. Es genügt auch nicht, wenn eine Landrätin bei Presseterminen schön in die Kamera lächelt und hinterher hinter den Ansprüchen zurückbleibt. Beherztes Handeln, das notwendig ist, im wahrsten Sinne des Wortes, sieht anders aus.“

Scheel kritisiert auch die Nachbarlandkreise: Diese hätten sich die Ergebnisse der Studie nicht zu eigen gemacht und es folglich auch versäumt, Handlungsanweisungen herzuleiten. Insgesamt stellt Scheel den Kommunen, Kreisen und Regierungen schlechte Noten in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung aus: „Die katastrophalen Auswirkungen, auch finanzieller Art, die der fehlende konsequente Klimaschutz nach sich zieht – sie sind seit Jahrzehnten bekannt. Allein die Ahrtal-Katastrophe von 2021 hat jeden Bundesbürger rechnerisch 360 Euro gekostet, da Bund und Länder eine Kostendeckung für Flurschäden in Höhe von 30 Mrd. Euro übernommen haben.“

Das naturnahe Hochwasserschutzkonzept der ÖDP sieht einen fünfstufigen Schutz vor, um im besiedelten Bereich schwere Sachschäden zu begrenzen und Menschenleben zu schützen:
1. Hochwasser- und Bodenvorsorge
2. Wasserrückhalt in der Fläche
3. Verlangsamung des Wasserablaufs
4. Wasser-Rückhalt im Fließgewässer – Hochwasser zu „Breitwasser“
5. Technischer Hochwasserschutz. Die Vorsorge beginnt, laut ÖDP, bei der Flächen- und Bauleitplanung.

Scheel zitiert dabei einen Feuerwehrkommandanten mit: „Planungsfehler lassen sich nicht wegpumpen“. Die Verhaltensvorsorge beginnt mit Starkregenrisiko-Plänen und den Übungen der Rettungskräfte, in die die Bevölkerung einmal im Jahr einbezogen werden soll. Die ÖDP zeigt dabei auf, wie die Bodenvorsorge durch angepasste rechtliche - und Förder-Möglichkeiten verbessert werden kann. (https://www.oedp.de/themen/hochwasser)

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