Pressemitteilung
Endlich europaweite Regeln zum Schutz von Hunden und Katzen! - Teil 2
Chip-Pflicht und bessere Bedingungen bei Zucht und Haltung
Manuela Ripa, MdEP
Straßburg, 28.4.2026 – Das Europäische Parlament hat heute die neue EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen verabschiedet – und damit nach Jahren des politischen Ringens einen echten Durchbruch im europäischen Tierschutz erzielt. Die neuen Regeln zielen darauf ab, den milliardenschweren illegalen Tierhandel einzudämmen, Zuchtpraktiken stärker zu regulieren und das Tierleid nachhaltig zu verringern.
Für die Europaabgeordnete Manuela Ripa (ÖDP/EVP), Berichterstatterin des mitberatenden Umweltausschusses und einzige deutsche Abgeordnete in dem Gesetzprozess, ist die Entscheidung ein längst überfälliger Schritt: „Die Verordnung ist das erste große EU-Tierschutzgesetz seit 16 Jahren, sie wird das Leben von Millionen Tieren spürbar verbessern. Die EU zeigt, dass Tierschutz für Hunde und Katzen endlich groß geschrieben wird.“
Im Zentrum des Regelwerks steht eine verpflichtende Mikrochip-Kennzeichnung und Registrierung aller Hunde und Katzen – auch privat gehaltener Tiere. Für diesen Punkt hatte sich Ripa besonders stark gemacht. „Die Maßnahme trifft vor allem den bislang schwer kontrollierbaren Online- und Schwarzmarkt“, so die saarländische Abgeordnete. „Zwielichtige Händler geben sich häufig als Privatpersonen aus. Nun ist Schluss mit anonymem Tierhandel und anonymen Anzeigen im Internet, denn dank des Chips wird klar erkennbar sein, woher das Tier kommt und wer sein Besitzer ist. Sogenannte Welpenfabriken können damit der Vergangenheit angehören.“
Die neue Verordnung setzt zudem dort an, wo die Folgen bisher besonders sichtbar waren: in überfüllten Tierheimen. „Fundtiere gelangen schneller zu ihrem Besitzer zurück, und auch die Hemmschwelle, ein Tier einfach auszusetzen, steigt. Selbst wenn ein Hund etwa in Spanien verloren geht, kann der Besitzer in Deutschland schnell ausfindig gemacht werden, da die Datenbanken europaweit miteinander verknüpft sind“, erklärt Ripa. „Diese schnelle Identifizierung des Halters wird zudem unsere Tierheime und letztlich auch die Kommunen entlasten und damit auch die Steuerzahler, die für Fundtiere aufzukommen haben.“ Die von der EU vorgesehene Übergangsfrist für das Chippen privat gehaltener Tiere beträgt zehn Jahre für Hunde und 15 Jahre für Katzen. Ripa fordert, dass Deutschland die Maßnahmen schneller umsetzen solle: „Die EU-Verordnung erlaubt eine schnellere Umsetzung und strengere nationale Regelungen. Nun liegt der Ball in Deutschland.”
Auch für Zuchtbetriebe, Händler und Tierheime werden sich die Regeln verschärfen. Künftig gelten strengere Vorgaben für Haltung, Zucht und den Umgang mit Tieren, etwa hinsichtlich der Unterbringung, der Hygiene und der ärztlichen Versorgung. Auch die Qualzucht wird sehr stark eingeschränkt, unnötige „Schönheits“-Eingriffe wie das Kupieren des Schwanzes werden verboten.
„Wir setzen dem Geschäftsmodell auf Kosten der Tiere klare Grenzen. Mit besseren Haltungsbedingungen und strengeren Tierschutzvorschriften greifen wir dort ein, wo Profit über Ethik steht, und stellen sicher, dass Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere Vorrang haben“, betont Ripa.
