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Pressemitteilung

„Waldbrände machen nicht an Grenzen halt – europäische Solidarität auch nicht“

Europaabgeordnete Manuela Ripa zu den Waldbränden

Manuela Ripa, MdEP

Manuela Ripa, MdEP

Zu den schweren Waldbränden im Hohen Venn sowie weiteren Bränden in Deutschland und anderen Teilen Europas erklärt die ÖDP-Europaabgeordnete Manuela Ripa (ÖDP – Die Naturschutzpartei):
 
„Die schweren Waldbrände im belgischen Hohen Venn, in Deutschland und andernorts in Europa zeigen auf dramatische Weise:Waldbrände machen nicht an Staatsgrenzen halt. Die Klimakrise verschärft die Bedingungen, unter denen sich solche Brände ausbreiten können. Als Saarbrückerin weiß ich, wie selbstverständlich das Leben über Grenzen hinweg funktioniert – und genau so muss auch unser Katastrophenschutz funktionieren.
 
Was wir derzeit im Hohen Venn erleben, ist gelebte europäische Solidarität. Einsatzkräfte aus Belgien, Deutschland und Luxemburg sind gemeinsam gegen den Brand im Einsatz. Über das EU-Katastrophenschutzverfahren wurde weitere Hilfe mobilisiert, darunter zwei schwedische Löschflugzeuge. Auch Landwirte aus der Region unterstützen die Löscharbeiten. Mein besonderer Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften und Helfenden, die Menschen, Ortschaften und Natur schützen.
 
Doch europäische Solidarität darf nicht erst beginnen, wenn es brennt. Beim Löschen handeln wir bereits europäisch. Auch bei der Vorsorge gibt es bereits bewährte grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Angesichts zunehmender Klimarisiken müssen wir diese Zusammenarbeit konsequent ausbauen und Prävention, Klimaanpassung und Klimaschutz noch stärker zusammendenken – gemeinsam und vorausschauend. Wir brauchen klimaresiliente und artenreiche Wälder und Landschaften, mehr Wasserrückhalt, bessere Frühwarnsysteme und gut vorbereitete Einsatzstrukturen. Intakte Moore und Wälder binden Kohlenstoff, halten Wasser in der Landschaft und machen unsere Ökosysteme widerstandsfähiger.
 
Auch unsere Vorsorge darf weder an Verwaltungsgrenzen enden noch in einzelnen Ressorts stecken bleiben. Europäische Krisenvorsorge muss sektorübergreifend organisiert sein – bis in die Regionen und Kommunen. Gerade Grenzregionen müssen die bereits bestehende Zusammenarbeit weiter ausbauen: mit besser abgestimmten Gefahrenkarten und Frühwarnsystemen, gemeinsamen Einsatzplänen und regelmäßigen Übungen mit den Nachbarregionen – insbesondere mit Blick auf zunehmende Waldbrandrisiken.
 
Auch der Gesundheitsschutz gehört dazu: Rauch, Feinstaub und extreme Hitze belasten besonders Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Katastrophen-, Umwelt- und Gesundheitsschutz müssen gemeinsam gedacht werden.
 
Derzeit diskutiert das Europäische Parlament über den künftigen EU-Katastrophenschutz. Klimarisiken sollen stärker berücksichtigt, die Zusammenarbeit bei der Vorsorge zwischen den Mitgliedstaaten ausgebaut und Einsatzkapazitäten in besonders gefährdeten Regionen vorsorglich stationiert werden. Zugleich sollen Prävention, Krisenvorsorge und Krisenreaktion auf EU-Ebene stärker aufeinander abgestimmt werden. Das geht in die richtige Richtung: Waldbrände betreffen nicht nur den Katastrophenschutz, sondern zugleich Klima, Natur, Wasser, Landwirtschaft, Gesundheit und Infrastruktur.
 
Jetzt kommt es darauf an, diesen Ansatz konsequent weiterzuentwickeln: Grenzregionen als gemeinsame Vorsorgeräume zu behandeln, Behörden und Politikbereiche besser miteinander zu verzahnen und stärker in widerstandsfähige Ökosysteme zu investieren. Klimaschutz und Katastrophenvorsorge sind zwei Seiten derselben Medaille.
 
Wir dürfen europäischen Katastrophenschutz nicht allein daran messen, wie viele Löschflugzeuge wir schicken können, wenn die Flammen bereits lodern. Europäische Solidarität beginnt früher – mit gemeinsamem Klimaschutz, guter Vorsorge, gesunden Ökosystemen und Strukturen, die über Grenzen und Zuständigkeiten hinweg funktionieren.“

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